Zuflüsse aber weiter unter Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre
In die Schwellenländer fließt mehr Geld

Wenn es um die externe Finanzierung von Entwicklungs- und Schwellenländern geht, kann sich der Beitrag der global tätigen Banken wieder sehen lassen. Zum ersten Mal seit dem Jahre 1997 treten die Banken in diesen Jahr wieder als Netto-Kreditgeber gegenüber den aufstrebenden Volkswirtschaften, den Emerging Markets auf. Das war eine zentrale Botschaft von dem Großbankentreffen am Rande der Weltwährungstagung in Dubai.

DUBAI. "Wenn die Banken des Privatsektor in diesem Jahr etwa 13,4 Mrd.$ netto an die aufstrebendenVolkswirtschaften aufbringen, dann steht dahinter eine bessere Wirtschaftspolitik in wichtigen Schwellenländern", sagte William Rhodes, Vize-Chairman des internationalen Bankenverbandes Institute of International Finance (IIF) sowie der Citigroup. 2002 zahlten die Emerging Markets noch 6 Mrd. $ mehr an die Auslandsbanken zurück als sie an neuen Ausleihungen bekamen.

Die Bankökonomen des IIF schätzen in ihrem neuen Halbjahresbericht zu den Finanzströmen in die aufstrebenden Volkswirtschaften das voraussichtliche Volumen der Netto-Kapitalzuflüsse auf 162 Mrd.$ im Jahr 2003, was einem Plus von 41 Mrd.$ entspricht.

Allerdings lagen damit die Netto-Kapitalzuflüsse in die aufstrebenden Weltregionen immer noch rund 30 Mrd.$ unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre, räumte der Direktor des von 330 Banken und sonstigen Finanzkonzernen getragenen IIF, Charles Dallara, ein.

Das Washingtoner Großbankeninstitut sagt für 2004 eine weitereSteigerung der Netto-Kapitalzuflüsse auf 185,7 Mrd.$ voraus. Dabei gewinnen die Portfolio-Anlagen wieder an Bedeutung, welche nach knapp einer Milliarde Dollar imVorjahr mit 13,3 Mrd.$ in diesem Jahr und mit 16,9 Mrd $ im nächsten Jahr wieder kräftig gestiegen sind.

Schlecht steht es dagegen um den externen Finanzierungsbeitrag der öffentlichen Kapitalgeber. Seit dem letzten Jahr ziehen sie netto mehr Kapital aus den Schwellenländern ab als sie netto bereit stellen. 2002 flossen unter dem Strich 3,2 Mrd.$ am öffentliche Geber ab, 2003 dürften es 5 Mrd.$ sein. Die IIF-Ökonomen erwarten 2004 sogar einen Netto-Kapitalabfluss an die öffentlichen Geber der aufstrebenden Weltregionen von über 9 Mrd.$.

Die Netto-Kapitalstrom-Zahlen der Banken haben allerdings nach Ansicht von Stephany Griffith-Jones vom britischen Institute of Development Studies an Relevanz verloren. "Weil immer mehr weltweit tätige Banken in den Emerging Markets über Tochterbanken in Landeswährung operieren, geben die grenzüberschreitenden Ausleihungen der Banken nur ein partielles Bild".

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%