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Zuflüsse in Offene Immobilienfonds der Dekabank schrumpfen drastisch

Anleger haben in den ersten neun Monaten dieses Jahres deutlich weniger in Offene Immobilienfonds der Dekabank investiert als im Vorjahr. Die Nettozuflüsse schrumpften von 2,47 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum auf knapp 93 Mill. Euro, wie die Dekabank am Mittwoch in Frankfurt mitteilte.

dpa-afx FRANKFURT. Anleger haben in den ersten neun Monaten dieses Jahres deutlich weniger in Offene Immobilienfonds der Dekabank investiert als im Vorjahr. Die Nettozuflüsse schrumpften von 2,47 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum auf knapp 93 Mill. Euro, wie die Dekabank am Mittwoch in Frankfurt mitteilte.

Während allein der Deka-Immobilienfonds im September und Oktober noch Mittelabflüsse von 242 Mill. Euro oder 646 Mill. Euro hinnehmen musste, verlangsamten sich die Rückflüsse den Angaben zufolge zuletzt stark. "Zu den Höchstzeiten Anfang bis Mitte Oktober betrugen die Abflüsse bis zu 57 Mill. Euro pro Tag", sagte ein Dekabank-Sprecher. In den vergangenen Tagen hätten sich die Abflüsse auf neun Mill. Euro am Tag verringert. "Wir gehen davon aus, dass die kurzfristig orientierten Anleger jetzt aus dem Deka-Immobilienfonds herausgegangen sind", sagte der Sprecher.

Im Oktober hatte der Dekabank-Konzern einen Maßnahmenkatalog für Mitte Dezember angekündigt, mit dem das Vertrauen der Anleger zurückgewonnen werden soll. Die Deka-Bank-Tochter Deka Immobilien Investment Gmbh war in die Schlagzeilen gekommen, weil die Staatsanwaltschaft gegen einen früheren Manager ermittelt. Ihm wird vorgeworfen, in die Korruptionsaffäre im Frankfurter Immobilienmarkt verstrickt zu sein.

Der Nettomittelabsatz der Publikumsfonds des Konzerns belief sich den Angaben zufolge in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres auf 172 Mill. Euro. Im Rahmen des aktiven Vermögensmanagements führten insbesondere Umschichtungen in den strukturierten Produkten zu Nettoabflüssen aus Aktienfonds, denen Nettomittelzuflüsse bei Geldmarkt- und Rentenfonds gegenüberstanden.

Ergebnis Gesteigert

Das Zentralinstitut der deutschen Sparkassen konnte seinen Gewinn in den ersten neun Monaten 2004 indes deutlich steigern. Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge stieg im Konzern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 27 Prozent auf 456,1 Mill. Euro, nach Risiko sogar auf 462,8 Mill. Euro. Das Handelsergebnis brach unter anderem wegen einer Bewertungsumstellung von 67,5 Mill. Euro auf 7,6 Mill. Euro ein. Zulegen konnten hingegen das Zinsergebnis (plus 19 Prozent) und der Provisionsüberschuss (plus 13 Prozent). Ausschlaggebend war dafür auch die Übernahme der Immobilienfonds-Gesellschaft Westinvest von der WestLB.

Mitte Oktober hatte die Bank mit ihren Anteilseignern, den Sparkassen und Landesbanken, vereinbart, dass sie Anteile des so genannten Deka-Immobilienfonds in unbegrenzter Höhe selbst übernehmen wird, um dessen Liquidität sicherzustellen. Auslöser für Probleme des Fonds waren die angespannte Lage auf den Immobilienmärkten sowie mangelnde Abstimmung innerhalb der Bank. Die Geschäftsführung der Immobilien-Sparte trat daraufhin zurück. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) führt derzeit eine Sonderprüfung durch.

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