Zufrieden mit Rückversicherungsgeschäft
Münchener Rück belastet Ergebnis durch erhöhte Vorsorge

Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück hat seine Rückstellungen für die Schäden der Anschläge vom 11. September und bei der defizitären US-Tochter American Re erhöht, was das Ergebnis des zweiten Quartals mit insgesamt rund 2,5 Mrd. ? belasten wird.

rtr MüNCHEN. Ein erfreulicher Verlauf des Rückversicherungsgeschäfts und Kursgewinne aus dem Verkauf von Allianz-Beteiligungen ließen aber dennoch einen hohen Überschuss für das erste Halbjahr erwarten, teilte die Münchener Rück am Mittwoch mit.

Ihre Schätzung für den Schadensaufwand für die Anschläge auf das World Trade Center vom 11. September erhöhte die Münchener Rück um rund 500 Mill. Dollar (etwa auch 500 Mill. ?) auf insgesamt 2,7 Mrd. ?. Damit sorge man für Schäden vor allem aus der Arbeiterunfall-, der Haftpflicht- und der Betriebsunterbrechungsversicherung vor, deren Einschätzung besonders schwierig seien, teilte der Konzern mit. Beim Sorgenkind American Re würden die versicherungstechnischen Rückstellungen um rund zwei Mrd. Dollar erhöht. Diese Maßnahmen würden das Ergebnis des zweiten Quartals mit insgesamt 2,5 Mrd. ? belasten, sagte ein Sprecher.

Münchener Rück schließt erneut Kapital in US-Tochter

Die Münchener Rück stelle der 1996 für 2,5 Mrd. ? erworbenen American Re zudem erneut Eigenmittel in ungenannter Höhe zur Verfügung, hieß es weiter. Diese würden so hoch bemessen sein, "dass die Gesellschaft mit einer starken Kapitalausstattung bestens positioniert ist". Erst im November vergangenen Jahres hatte die Münchener Rück rund eine Milliarde Dollar in ihre defizitäre US-Tochter eingeschossen. Ob der jetzige Betrag diese Summe erreiche oder gar übertreffe, wollte ein Sprecher nicht sagen. "Ich erwarte, dass die American Re nach der grundlegenden Neuausrichtung ab sofort kräftige Gewinne erwirtschaftet", erklärte Vorstandschef Hans-Jürgen Schinzler.

Sonderertrag aus Verkauf von Allianz-Beteiligungen

Einen Sonderertrag von 900 Mill. ? wird die Münchener Rück im zweiten Vierteljahr aus dem weiteren Verkauf von Beteiligungen an der Allianz-Gruppe verbuchen. Damit sei die Entflechtung von der Allianz vollzogen, was der Münchener Rück im laufenden Jahr einen Sonderertrag von insgesamt 4,7 Mrd. ? beschere.

Außerdem habe sich das Rückversicherungsgeschäft in den ersten sechs Monaten 2002 "sehr erfreulich" entwickelt. Zum einen habe die Münchener Rück deutliche Prämienerhöhungen durchsetzen können, zum anderen sei der Schadendruck zurückgegangen. Daher werde für das erste Halbjahr 2002 ein "sehr positives Ergebnis erwartet". Für das laufende Jahr rechnet die Münchener Rück in der Gruppe mit einem zweistelligen Beitragsanstieg.

Die Aktie der Münchener Rück fiel zu Handelseröffnung um 4,3 % auf 232,60 ?. Der Dax notierte um 1,5 % schwächer.

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