Zufriedenheit bei beiden Partnern
Bertelsmann muss sich von AOL trennen

EU-Kommission erteilt die Genehmigung für eine Fusion nur unter der Voraussetzung, dass sich Bertelsmann von AOL trennt.

ddp NEW YORK/ BRÜSSEL. Die beiden Medienriesen AOL und Time Warner haben die Brüsseler Genehmigung für ihre geplante Fusion begrüßt. "Wir sind sehr zufrieden mit der heutigen Zustimmung seitens der Europäischen Kommission", teilten AOL und Time Warner am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung mit. Die EU-Kommission hatte die geplante Fusion unter der Voraussetzung genehmigt, dass sich AOL und der Medienkonzern Bertelsmann trennen. Die beiden künftigen Partner AOL und Time Warner seien nunmehr sehr zuversichtlich, die noch fehlende Genehmigung durch die US-Kartellbehörde zu erhalten. Beide Unternehmen wollen noch in diesem Herbst ihre Fusion erfolgreich abschließen. Wirtschaftsexperten sehen jetzt auf den Bertelsmann-Konzern Probleme zukommen, da das Unternehmen dann zum Konkurrenten der beiden neuen Partner werden könnte.

Bertelsmann wollte sich am Mittwoch zu der gestellten Bedingung aus Brüssel nicht äußern. Bis zu dem Ausstieg von Bertelsmann bei AOL Europe und dem französischen Gemeinschaftsunternehmen AOL Compuserve werde es Übergangsregelungen geben, damit die Beziehungen zwischen AOL und dem Gütersloher Konzern nicht zu eng werden, hieß es. "So wird AOL/Time nichts unternehmen, was dazu führen könnte, dass die Bertelsmann-Musik im Internet nur über AOL zugänglich ist und so formatiert wird, dass sie sich nur noch mit der AOL-Player-Software abspielen lässt", hieß es seitens der Brüsseler Kommission. Kritiker fürchten bei einer Fusion von AOL und Time Warner, dass die Unternehmen im Musikbereich (Internetbereich) und in einigen Sparten des Medienbereichs auch in Europa eine marktbeherrschende Stellung einnehmen könnten. Daher war es zu der Forderung aus Brüssel gekommen, dass sich AOL vom Musikmarkt-beherrschenden deutschen Unternehmen Bertelsmann trennen soll.

Die Fusion zwischen AOL und Time Warner ist noch nicht ganz perfekt. Es fehlt die Zustimmung zweier US-Kartellbehörden, um den Zusammenschluss von AOL und Time Warner endgültig zu machen. Beide Unternehmen rechnen jedoch mit einem "positiven Ausgang".

AOL ist führender Internet-Anbieter in den USA und auch marktbeherrschend in Europa. Time Warner ist einer der weltgrößten Medien- und Unterhaltungskonzerne.

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