Zug ist in Lüneburg angekommen
Blockaden behindern Castorfahrt nach Dannenberg

Atomkraftgegner haben mit teils gefährlichen Aktionen die Fahrt des umstrittenen Castortransports durch Niedersachsen am Mittwoch verzögert, aber nicht stoppen können. Nach über 40-stündiger Reise war der Zug mit zwölf Castoren aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague am Mittag verspätet im ersten Bestimmungsbahnhof Lüneburg angekommen.

HB/dpa LÜNEBURG/DANNENBERG. Der Transport wurde sofort von der Bahn-Hauptstrecke Hamburg-Hannover auf die Strecke nach Dannenberg umgeleitet. Dort wird der Atommüll auf Spezial- Tieflaster umgeladen, um die letzten 18 Kilometer auf der Straße ins atomare Zwischenlager Gorleben zu rollen.

Atomkraftgegner hatten die Fahrt mehrfach durch riskante Proteste gebremst. Am Lüneburger Stadtrand war ein ICE auf der Fahrt von Hamburg nach Hannover zu einer Vollbremsung gezwungen, weil sich Demonstranten auf den Gleisen aufhielten. Die Polizei sagte, der Zug habe nur 150 Meter vor den Protestlern stoppen können, nachdem Polizisten dem ICE entgegengelaufen und mit Gesten den Zugführer aufmerksam gemacht hatten.

Zwei Protestierende hatten sich am Morgen südlich von Verden am Gleis fest gekettet. Ein Schienenstück musste von der Polizei herausgetrennt und wieder geschweißt werden. In Eystrup zwischen hatten zuvor etwa zehn Atomkraftgegner die Gleise besetzt und Reifen angezündet. Damit hielten sie den Transport rund 45 Minuten lang auf. Gegen Mittag wurde in Laase entdeckt, dass die dortige mögliche Transportroute unterhöhlt ist. An der Bahn-Haltestelle Leitstade wurden 12 Atomkraftgegner festgenommen. Zwei von ihnen hatten sich mit einem Metallrohr an die Gleise der Castorstrecke gekettet.

In Hitzacker versuchten etwa 500 Demonstranten immer wieder, die Gleise in Höhe des Bahnhofs zu besetzen. Weitere 500 hatten sich in der Stadt verstreut, sagte ein Polizeisprecher in Lüneburg. "Es herrscht eine angespannte Lage, weil die Leute sich nur wegtragen lassen."

In Berlin rollten Anhänger der Umweltorganisation Greenpeace mit 12 Tiefladern vor die Bundesgeschäftsstelle der Grünen. Auf den Transportern befinden sich zwölf aus Holz nachgebaute, originalgroße Castorbehälter, sagte Sprecher Sven Teske.

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