Zugang zum wichtigen US-Markt
Deutsche Telekom darf Voicestream übernehmen

Auf dem Sprung zum US-Mobilfunkmarkt hat die Deutsche Telekom die letzte entscheidende Hürde genommen. Die zuständige US-Aufsichtsbehörde (FCC) erlaubte dem deutschen Konzern am Mittwoch die Übernahme des US-Mobilfunkanbieters Voicestream.

dpa-afx WASHINGTON. Die Fusion war in den Vereinigten Staaten wegen des hohen Staatsanteils der Deutschen Telekom umstritten gewesen. Durch sie erhält die Telekom auch die Kontrolle über den US-Mobilfunkanbieter Powertel. Die FCC befand, dass die Fusion dem öffentlichen Interesse der USA nicht entgegenstehe. Sie nutze vielmehr den amerikanischen Verbrauchern, da geplant sei, das Voicestream-Netz national und international auszubauen.

Die Deutsche Telekom sei weder bestrebt noch in der Lage, den Wettbewerb auf dem US-Markt zu verzerren. Die Anliegen des US-Justizministeriums und der Bundespolizei FBI in punkto nationaler Sicherheit und Rechtsvollzug seien durch eine schriftliche Vereinbarung zwischen den beiden Behörden und dem Konzern abgedeckt.

Gegen die Übernahme hatte sich in den USA eine Front von Gegnern unter der Führung des einflussreichen Senators Ernest Hollings gebildet. Hollings wollte erreichen, die Übernahme heimischer Telefonkonzerne durch ausländische Unternehmen mit mindestens 25 % Staatsanteil prinzipiell zu untersagen. Die Deutsche Telekom ist noch zu 58 % in Bundesbesitz; mit der milliardenschweren Voicestream-Übernahme sinkt der Staatsanteil auf knapp 46 %.

Telekom-Sprecher Ulrich Lissek bestätigte am Mittwochabend in Bonn die Genehmigung. "Wir freuen uns sehr über die Entscheidung. Damit ist eine entscheidende Hürde genommen", sagte er. Die Telekom gehe davon aus, dass das Engagement in den USA für gegenseitige Impulse sorgen werde.

Zum landesweiten Anbieter gewandelt

Das amerikanische Mobilfunkunternehmen, das die Telekom für rund 34 Milliarden Dollar (37 Mrd Euro) übernehmen will, hat im Jahr 2000 seinen Umsatz kräftig um 301 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar gesteigert. Die Gesellschaft hat aber einen noch stärkeren Verlustanstieg verbucht. Die roten Zahlen erreichten 2,1 Milliarden Dollar gegenüber 455 Millionen Dollar im Vorjahr.

"In den vergangenen zwölf Monaten hat sich Voicestream von einem regionalen Mobilfunkbetreiber zu einem landesweiten Anbieter gewandelt", hatte Voicestream-Chef John Stanton unlängst betont. Voicestream hatte zum Jahresende rund 3,9 Millionen Kunden. Für das Unternehmen arbeiten rund 9000 Menschen. Der Zusammenschluss mit der Telekom soll nach Darstellung von Voicestream im Juni über die Bühne gehen.

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