Zugeständnisse der Mitarbeiter: American Airlines-Konkurs zunächst abgewendet

Zugeständnisse der Mitarbeiter
American Airlines-Konkurs zunächst abgewendet

Nach einer Einigung mit Gewerkschaften über Lohnkürzungen hat die weltgrößte Fluggesellschaft American Airlines am Montag eine Insolvenz zunächst abgewendet.

Reuters NEW YORK. Dieser Erfolg sei der Bereitschaft der Mitarbeiter zu Lohnverzicht und Einsparungen zu verdanken, teilte AMR, die US-Muttergesellschaft von American Airlines, nach dem Abschluss weiterer Vereinbarungen mit den Gewerkschaftsvertretungen einzelner Berufsgruppen des Unternehmens mit. Analysten bewerteten die Einigung positiv, der Aktienkurs stieg deutlich an. Dies schaffe dem Unternehmen Zeit. Kurz zuvor war die siebtgrößte US-Fluggesellschaft US Airways am Montag nach acht Monaten aus dem Gläubigerschutzverfahren entlassen worden.

Die Fluggesellschaft muss nach eigenen Angaben vier Milliarden Dollar jährlich einsparen, um ihr Geschäft aufrechtzuerhalten. "Mit diesen entscheidenden Schritten haben die Gewerkschaftsführung und unsere Mitarbeiter ein unerschüttertes Bekenntnis zur Zukunft des Unternehmens abgelegt und es uns ermöglicht, einen sofortigen Gang vors Konkursgericht zu vermeiden", sagte AMR-Chef Donald Carty. Die Einsparungen werden seinen Angaben zufolge auf Seiten der Piloten 660 Millionen Dollar betragen. Bei den Flugbegleitern lägen sie bei 340 Millionen Dollar. Dazu kämen 620 Millionen Dollar beim Bodenpersonal und 180 Millionen Dollar auf Seiten des Verwaltungspersonals und der Reservierungsbüros. Der Lohnverzicht beträgt je nach Berufsgruppe bis zu 20 Prozent. Die Gewerkschaftsmitglieder müssen dem innerhalb der kommenden 15 Tage zustimmen.

Die Zugeständnisse der Gewerkschaften kommen zu den zwei Milliarden Dollar hinzu, die das Unternehmen bereits durch die Kürzung anderer struktureller Kosten eingespart hat. Aber die in Fort Worth im Bundesstaat Texas ansässige Fluggesellschaft ist weiter in einer prekären Finanzlage: Die Zahl der Buchungen ist wegen des Irak-Krieges deutlich zurückgegangen, und die Finanzmittel werden täglich geringer.

Jamie Baker, Airline-Experte bei J. P. Morgan, sagte, die Einsparungen sollten die Kosten von American Airline zwischen denen der US-Fluggesellschaften Delta und Northwest einordnen. Dies sei "gut, nicht großartig, allerdings ist es ausreichend einen Konkurs für mindestens mehrere Monate zu verhindern". Ein Konkurs des Unternehmens wäre der größte in der Geschichte der Luftfahrtindustrie.

Die zweitgrößte US-Fluglinie, die UAL-Tochter United Airlines, steht bereits unter Gläubigerschutz und führt ihre Geschäfte derzeit unter Kapitel Elf des US-Konkursgesetzes fort. Die Aktien von American Airlines notierten zum Handelsschluss in New York 33 Prozent höher bei 2,10 Dollar.

US Airways wurde am Montag aus dem Gläubigerschutzverfahren nach Kapitel Elf entlassen worden. Der Chef des Konzerns, David Siegel, sagte in New York, er sei hocherfreut über die markanten Fortschritte, die im Rahmen der monatelangen Restrukturierungsmaßnahmen erzielt worden seien. Der Umbauprozess des Unternehmens, der in eine sehr schwierige Zeit für die gesamten Luftfahrtbranche falle, sei allerdings für US Airways damit noch nicht abgeschlossen.

Das unter Druck geratene, in Arlington im Bundesstaat Virginia ansässige Unternehmen hatte in den vergangenen Monaten seinen Personalbestand um 36 Prozent verringert. Es verfügt danach jetzt über 30 Prozent weniger an Sitzplatzkapazität, die Zahl der Flüge wurde, bezogen auf die Zahl vor den Anschlägen in den USA vom 11. September 2001, um 25 Prozent zurückgefahren. Das Unternehmen nannte jährliche Kostensenkungen von 1,9 Milliarden Dollar und einen Abbau der Schuldenlast auf acht Milliarden Dollar von 10,65 Milliarden Dollar.

Die internationale Luftfahrtindustrie befindet sich in einer schweren Krise, die durch die Anschläge vom 11. September und die weltweite Konjunkturflaute verstärkt wurde. Der Irak-Krieg und die Ausbreitung einer neuen, lebensgefährlichen Lungenentzündung durch Flugreisende haben das Flugaufkommen weiter zurückgehen lassen. Der Verband der US-Luftfahrtbranche hatte erst kürzlich mitgeteilt, wegen der schwachen Nachfrage nach Flügen hätten die führenden US-Fluggesellschaften mit dem Abbau von Kapazitäten und rund 10.000 Arbeitsplätzen begonnen.

Die Branche befürchte bei einem länger dauernden Irak-Krieg einen Verlust von vier Milliarden Dollar in diesem Jahr und 70.000 Stellenstreichungen.

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