Zugriff auf die Vermögenswerte bleibt Gläubigern verwehrt
Nach Insolvenz beantragt Daewoo Motor Gläubigerschutz

dpa SEOUL. Der zahlungsunfähige südkoreanische Autohersteller Daewoo Motor hat einen Antrag auf Gläubigerschutz eingereicht. Der zweitgrößte Autobauer des Landes kündigte am Freitag zugleich neue Sanierungsmaßnahmen an.

Es wurde erwartet, dass Daewoo in den nächsten vier Wochen unter Zwangsverwaltung gestellt wird, unter der die Schulden sowie die Löhne eingefroren werden. Der Zugriff auf die Vermögenswerte bliebe den Gläubigern verwehrt. Das Unternehmen war am Mittwoch für zahlungsunfähig erklärt worden.

Nach Angaben von Daewoos Hauptgläubiger Korea Development Bank (KDB) liegt die Entscheidung über die Liquidierung oder eine Reorganisation des Autoherstellers allein beim Konkursgericht. Wird der Antrag Daewoos angenommen, würde ein gerichtlich bestellter Verwalter die Leitung Daewoos übernehmen und eine Restrukturierung vornehmen. Wird der Antrag abgelehnt, würde die Konkursmasse in Geld umgesetzt und die Erlöse dann unter den Gläubigern entsprechend den Forderungen verteilt.

Unterdessen standen auch am zweiten Tag in Folge die Bänder im größten Werk des Autoherstellers in Pupyong in Südkorea still. Daewoo hatte am Donnerstag die Produktion eingestellt, nachdem die Zulieferer nur noch Bauteile gegen Vorauszahlung liefern wollten. Die anderen Großanlagen im Süden des Landes liefen auch am Freitag normal, hieß es. Nach der Bankrotterklärung wurden Schwierigkeiten für Tausende von Zulieferfirmen befürchtet.

Wie das Unternehmen weiter mitteilte, sei die Ausladung von Daewoo-Autos in einigen europäischen Häfen zurückgehalten worden. Schifffahrtsgesellschaften hätten die Zahlung überfälliger Frachtgebühren verlangt. In deutschen und belgischen Häfen befänden sich auf Schiffen 1 688 Autos, die nicht ausgeladen würden.

Daewoo wurde von seinen Gläubigern für insolvent erklärt, nachdem es überfällige Schulden nicht zurückzahlen konnte. Die Banken versagten weitere Kredithilfen für den überschuldeten Autobauer, der Produktionskapazitäten im In- und Ausland von mehr als zwei Mill. Fahrzeugen geschaffen hat. Zuvor hatten die Unternehmensführung und die Gewerkschaft keine Einigung über geplante Stellenstreichungen erzielen können. Die Gläubiger hatten zunächst die Zuführung neuer Mittel an die Zusage der Gewerkschaft zu Rationalisierungsmaßnahmen geknüpft.

Seit dem Zusammenbruch der Daewoo-Gruppe wurde bereits im vergangenen Jahr für die Autosparte ein Programm zur Schuldenrestrukturierung aufgelegt. Mit dem neuen Sanierungsplan des Unternehmens, das die Entlassung von 3 500 Beschäftigten, sowie den Abbau von Auslandskapazitäten vorsah, sollte auch der Verkauf Daewoos an den interessierten US-Autokonzern General Motors attraktiver gemacht werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%