Zukäufe derzeit ausgeschlossen
T-Mobile will im August über Börsengang entscheiden

Die Deutsche Telekom AG will nach den Worten ihres Vorstandsmitglieds Kai-Uwe Ricke bis spätestens Ende August entschieden haben, ob und wann die Mobilfunksparte T-Mobile an die Börse gebracht wird. Der zugleich als Vorstandschef der internationalen Mobilfunkholding amtierende Ricke sagte am Mittwoch in Bonn, derzeit würden noch die Optionen des Börsengangs intensiv geprüft. "Wir werden unsere Überlegungen bis zum August abgeschlossen haben", sagte Ricke.

Reuters BONN. Vor der für den 31. Juli geplanten Bekanntgabe der Geschäftszahlen des zweiten Quartals gab der T-Mobile-Chef zudem erste Hinweise über die Entwicklung der Sparte. "Wir haben ein sehr erfolgreiches Quartal sowohl bei der Kundenentwicklung als auch bei der Ebitda-Entwicklung hinter uns", sagte er. Weltweit betreue die T-Mobile-Gruppe mehr als 58 Millionen Kunden. Die mehrheitlich kontrollierten Beteiligungen einschließlich Voicestream und Radiomobil zählten nun 44 Millionen Kunden. Auf vergleichbarer Basis sei dies ein Netto-Zuwachs um 2,7 Millionen Kunden im zweiten Quartal.

"Das Kundenwachstum geht zudem einher mit einer äußerst positiven Entwicklung des Ebitda", sagte Ricke. "Wir bekräftigen daher unsere Zielsetzung, das Ebitda im Mobilfunk im laufenden Jahr gegenüber dem Vorjahr zu verdoppeln." Im Geschäftsjahr 1999 war das Vorsteuerergebnis Ebitda der Mobilfunksparte um 14 Prozent gesunken. Im Jahr 2001 soll das Ebitda rund 2,9 Milliarden Euro erreichen.

Zukäufe derzeit ausgeschlossen

Nach Rickes Worten befindet sich die Konzernsparte in einer Phase der Konsolidierung, was Zukäufe ausschließe. "Weitere Akquisitionen sind derzeit nicht geplant", sagte er. Die Telekom hatte Ende Mai die beiden US-Mobilfunkfirmen VoiceStream und Powertel vollständig übernommen und gliedert diese Unternehmen gegenwärtig in die T-Mobile-Strukturen ein. Ziel sei nach wie vor, ein globales Mobilfunkunternehmen zu schaffen. "Aber alles hat seinen richtigen Zeitpunkt", sagte der Vorstandschef mit Blick auf anhaltende Marktgerüchte über mögliche Zukäufe der Telekom vor allem in Südeuropa. Der Fokus sei derzeit darauf gerichtet, T-Mobile als globalen Markennamen zu entwickeln, der schrittweise am Markt eingeführt werde. Dabei werde darauf geachtet, etablierte Markenwerte nicht zu vernichten.

Einen erneuten Margenverfall wie im vergangenen Jahr möchte der T-Mobile-Chef unbedingt vermeiden. Bis zu Einführung der nächsten Mobilfunkgeneration (UMTS) sehe er "keine Notwendigkeit, an der Preisschraube zu drehen". Es werde weder eine erneute Erhöhung der Subventionen bei den Endgeräten, noch Preissenkungen bei den Tarifen geben. "Wir sind auf die Verbesserung unseres Ebitda fokussiert und die neu zu uns kommenden Kunden bringen geringere Umsätze als unsere bisherigen Kunden." Mit der Einführung des UMTS-Mobilfunkstandards um die Jahreswende 2002/2003 werde der Wettbewerbsdruck in der Branche noch einmal wachsen, prognostizierte der Vorstandschef. Um möglichst viele Kunden für die neue Mobilfunktechnik zu gewinnen, rechnen Branchenexperten mit einem erneuten Wettbewerb der Betreiber zu Lasten der Profitabilität.

UMTS-Geschäft führt zu Bereinigung des Marktes

Das UMTS-Geschäft wird in Deutschland nach Rickes Einschätzung zu einer Bereinigung des Marktes führen. "Es wird auf lange Sicht in Deutschland weniger UMTS-Netze geben, als jetzt noch am Start sind. Für realistisch halte ich drei Netzinfrastrukturen, über die viel mehr Marken ihre Kundenbeziehungen abwickeln werden", sagte er. In Deutschland könnten nicht wie beabsichtigt sechs Netzinfrastrukturen profitabel betrieben werden. Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post werde sich auf mittlere Sicht nochmals mit den Konsequenzen des Marktaustritts von einem oder mehreren UMTS-Lizenznehmern auseinander setzen müssen, sagte Ricke. Nach den UMTS-Lizenzbedingungen muss jeder Betreiber die Lizenz entschädigungslos zurückgeben, wenn er seinen Verpflichtungen zum Netzaufbau nicht nachkommt oder mit einem anderen Lizenznehmer Kapitalverflechtungen eingeht.

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