Zukäufe in der Sparte Heizungstechnik
Buderus geht in Europa auf Einkaufstour

Trotz des Umsatz- und Ergebnisrückgangs in den ersten fünf Monaten dieses Jahres empfehlen viele Analysten, die Buderus-Aktie zu kaufen. Wachstumschancen sehen die Aktienexperten vor allem durch die geplanten Zukäufe in der wichtigsten Unternehmenssparte Heizungstechnik.

FRANKFURT/M. Bei Temperaturen von über dreißig Grad denkt zur Zeit niemand an kalte Wintertage und das Thema Heizung. Trotzdem sind die Monate Juli, August und September für den Heizungstechnik-Spezialist Buderus die umsatzstärkste Zeit des Jahres. In den ersten fünf Monaten diesen Jahres verzeichnete Buderus einen Umsatz- und Ergebnisrückgang. Der Umsatz lag bei 678 Mill. Euro, nach 711 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum. Auch das Ergebnis vor Ertragsteuern ging von 35 Mill. auf 30 Mill. Euro zurück, teilte das Unternehmen auf der Hauptversammlung am vergangenen Mittwoch mit.

Das Heizungstechnikgeschäft ist sehr saisonabhängig. "Die ersten fünf Monate tragen bei Buderus weniger als ein Drittel zum Jahresergebnis bei. Entscheidend ist der weitere Jahresverlauf, insbesondere das dritte Quartal.", sagt Michael Jaeniche, der bei SEB die Entwicklung der Buderus-Aktie untersucht. Da Heizungen eben nicht im Winter ausgetauscht würden, erwartet Jeaniche eine Ergebnisverbesserung für das zweite und dritte Quartal.

Auch bei der Hypovereinsbank sind die Erwartungen für Buderus positiv:"Wir halten an der Empfehlung "outperform" fest, weil sich der Gesamtjahresausblick nicht geändert hat", erklärt Christopher Schardt, Analyst in Equity Research der HVB-Gruppe. Bereits im Mai hatte die Buderus AG bei Vorlage der Quartalszahlen die Prognosen für das Gesamtjahr bekräftigt. Die Buderus-Aktionäre erhalten für das Geschäftsjahr 2001 eine um 32 Prozent auf 70 Cent erhöhte Dividende.

Den Ergebnisrückgang in den ersten fünf Monaten dieses Jahres erklären Analysten mit der konjunkturell bedingten Konsum- und Investitionszurückhaltung. Die Aktie sei durch die schlechten Zahlen etwas unter Druck geraten, dennoch sieht Aktienexperte Jaeniche das Kursziel der Buderus-Aktie, die zur Zeit knapp 23 Euro kostet, bei 33 Euro. Hier sehen auch die Analysten von M.M. Warburg das Buderus-Papier. Ihre Anlageempfehlung lautet "kaufen".

Zu einer Steigerung des Ergebnisses werden auch zwei neue Gesetze beitragen. Zum einen die Energieeinsparverordnung, die am 1. Februar in Kraft trat und die Bundesemissionschutzverordnung, die bereits seit November vergangenen Jahres gültig ist. Mit diesen beiden Verordnungen regelt der Staat, welche Heizkessel ersetzt werden müssen. Ein höherer Ersatzbedarf an Öfen, bedeutet für Buderus, als größtes Heiztechnikunternehmen in Deutschland, langfristige Umsatzzuwächse.

Das Unternehmen möchte darüber hinaus in den kommenden zwei Jahren durch Akquisitionen weiter wachsen. "Aktuell stehen zwar keine Unternehmenkäufe an, aber gegen Mitte bis Ende des zweiten Halbjahres wird Buderus zukaufen", erwartet Aktienanalyst Schardt. Allerdings sei das Wetzlarer Unternehmen sehr wählerisch. "Der Akquisitionskatalog ist sehr streng. Ein zugekauftes Unternehmen muss spätestens im zweiten Jahr nach der Übernahme einen positiven Beitrag zum Ergebnis liefern", sagt Schardt. Der Heizungstechnikkonzern ist weniger an Unternehmensübernahmen innerhalb Deutschlands interessiert. Analysten erwarten vielmehr Zukäufe im europäischen Ausland, vor allem in Großbritannien, Frankreich und Italien. Aktienexperte Schardt hält dies für eine gute Strategie: "Durch das Kyoto-Protokoll und andere CO2-Emissionsverordnungen muss auch in anderen Ländern viel umgerüstet werden." Ein starkes Vertriebsnetz im Ausland sei daher sehr zu begrüßen. In den Sparten Guss und Edelstahl will das Unternehmen organisch wachsen.

Der Buderus-Konzern umfasst drei Unternehmensbereiche: Heizungsprodukte, Guss- und Edelstahlerzeugnisse. Der größte Wachstumsbereich ist nach wie vor der Heizungsbereich. "Die Bereiche Guss und Edelstahl leiden auf Grund der konjunkturellen Abhängigkeit in einzelnen Produktsparten unter dem schwachen wirtschaftlichen Umfeld - vor allem in Deutschland", sagt Jaeniche. Der Bereich Edelstahl sei nach dem Rekordjahr 2001 erwartungsgemäß leicht rückläufig.

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