Zukäufe und Kooperationen
Deutsche Essent will wachsen

Der niederländische Energieversorger Essent will in Deutschland über Beteiligungen an Stadtwerken kräftig wachsen und mit Kooperationen zu einem der fünf großen Akteure in Nordwesteuropa aufsteigen.

Reuters DÜSSELDORF. In den nächsten vier Jahren wolle Essent die Zahl der deutschen Endkunden auf zwei Millionen von derzeit rund 500 000 vervierfachen, sagte Michael Feist, Sprecher der Geschäftsführung der Deutschen Essent, am Mittwoch in Düsseldorf. Für die nötigen Akquisitionen stelle die Muttergesellschaft in Arnheim genügend Mittel zur Verfügung. Man strebe sowohl Mehrheits- wie Minderheitsbeteiligungen an Stadtwerken im Norden und Westen Deutschlands an. "Wichtig ist die Grundübereinstimmung mit den Partnern", sagte Feist. Welche der aktuell verfügbaren Beteiligungen Essent interessieren, wollte er aber nicht sagen.

In der Branche wird etwa spekuliert, Essent wolle seine Beteiligung von 51 Prozent an den Stadtwerken Bremen durch Übernahme des 35,4-prozentigen Anteils vom deutschen Marktführer Eon und dessen neuer Tochter Ruhrgas ausbauen. Essent hält in Deutschland außerdem Minderheitsbeteiligungen an den Stadtwerken Bielefeld und Gütersloh.

Die seit drei Jahren auf dem hiesigen Markt tätige Deutsche Essent beklagt Wettbewerbsbeschränkungen. Mit der von neuen Anbietern geforderten einheitlichen Kalkulation der Durchleitungsentgelte für Netzinhaber und Dritte sei allein noch kein Wettbewerb gesichert, sagte Feist. Problematisch sei zudem die zunehmende Marktmacht der Großen (Eon und RWE) durch deren Beteiligungen an Stadtwerken. "Von den 60 Stadtwerkebeteiligungen, die in den letzten zwei Jahren verkauft wurden, gingen allein 40 an RWE und Eon", beklagte Feist.

Zu Spekulationen über eine Übernahme des zweitgrößten niederländischen Versorgers Nuon durch Marktführer Essent sagte eine Konzernsprecherin in Düsseldorf: "Sinn machen zunächst Kooperationen auf dem Heimatmarkt. Es sollte durch weitere Konsolidierung eine starke Kraft in den Niederlanden entstehen."

Mit dem neuen niederländischen Wirtschaftsminister werde man in Kürze Sondierungsgespräche über wettbewerbsrechtliche Fragen führen. Mit potenziellen Kooperationspartnern, etwa mit Nuon, gebe es derzeit keine Verhandlungen. Essent und Nuon kämen zusammen auf einen Marktanteil von 60 Prozent in den Niederlanden.

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