Zukauf in den USA in Vorbereitung
Arcelor glänzt mit Börsen-Debüt

Der neue europäische Stahlkonzern Arcelor hat am Montag ein starkes Börsendebüt gegeben. Die Aktien des aus der Fusion der französischen Usinor, der luxemburgischen Arbed und der spanischen Aceralia hervorgegangenen weltweiten Branchenführers starteten an den Handesplätzen in Paris, Madrid und Brüssel mit Kursgewinnen von jeweils knapp zwölf Prozent.

Reuters PARIS. Die Papiere stiegen in den ersten Handelsminuten auf 15,25 Euro, verglichen mit einem Referenzkurs von 13,65 Euro, der auf Basis des Usinor-Schlusskurses am 28. Januar festgelegt worden war. Am Nachmittag notierten die Papiere mit 10,62 Prozent im Plus auf 15,10 Euro.

Arcelor sieht sich selbst als Marktführer in allen Produktgruppen. Mit einer Rohstahlproduktion von 46 Millionen Tonnen im Jahr ist der neue Konzern auch nach Menge führend. In Deutschland hatte die gesamte Rohstahlproduktion 2001 um zwei Millionen Tonnen niedriger gelegen.

Branchenexperten sehen bei der Arcelor-Aktie ein starkes Aufwärtspotenzial. Die Deutsche Bank startete ihre Bewertung mit einer Kaufempfehlung ("buy") und nannte ein Kursziel von 21 Euro. Die UBS Warburg empfahl die Aktie sogar nachdrücklich zum Kauf ("strong buy") bei einem Kursziel von 22 Euro. "Die Marktkapitalisierung (von Arcelor) liegt über sechs Milliarden Euro, und ein annähernd 71-prozentiger Streubesitz macht sie zum liquidesten Stahltitel in Europa", erklärten die Analysten der Deutschen Bank.

Arcelor wird am 19. Februar in den Auswahlindex der Madrider Börse Ibex-35 aufgenommen. Einige Händler in Paris sagten, der Konzern sei auch ein Kandidat für den Blue-Chip-Index der Pariser Börse CAC-40. Nach einer längeren Schwächephase rechnen Experten für die Jahresmitte mit dem Beginn des nächsten weltweiten Aufschwungs in der Stahlbranche. Für den Start des europäischen Großkonzerns sei jetzt die beste Zeit. In einer vergleichbaren Phase hatten vor drei Jahren in Deutschland auch Thyssen und Krupp fusioniert.

Arcelor bereitet derweil offenkundig einen Zukauf in den USA vor. Unternehmenschef Guy Dolle sagte in einem Interview mit dem Handelsblatt: "Weltweit wird ein Drittel aller Autos in Amerika produziert, und wir beliefern den US-Markt mit Importen. Das kann nicht so bleiben."

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