Zukaufs-Kandidaten werden genau geprüft
Bilfinger Berger sieht saisonbedingt Rot

Der zweitgrößte deutsche Baukonzern Bilfinger Berger hat im ersten Quartal den jahreszeitüblichen Verlust geschrieben, hält aber an seinen Erwartungen für das gesamte Jahr fest. Mit Zukäufen will sich der Konzern Zeit lassen.

Reuters MANNHEIM. Der Verlust nach Steuern habe sich auf fünf nach vier Mill. ? im Vorjahr belaufen, sagte Vorstandschef Herbert Bodner am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Mannheim. "Das Ergebnis in den ersten drei Monaten liegt auf Grund branchenspezifischer saisonaler Einflüsse immer erheblich unter dem Niveau der drei folgenden Quartale und lässt daher keine Rückschlüsse auf die Ergebnisentwicklung im Gesamtjahr zu", erläuterte er. Für 2003 erwarte Bilfinger Berger weiterhin ein steigendes operatives Ergebnis und eine Leistungssteigerung auf 5,2 (4,9) Mrd. ?.

Mit dem Verkauf seiner Beteiligung am Heiztechnik-Konzern Buderus an Robert Bosch hat Bilfinger Berger 551 Mill. ? eingenommen, mit denen der Konzern im Ausland sowie im Geschäft mit Industrie- und Immobiliendienstleistungen zukaufen will. "Dabei geht es weniger darum, Akquisitionen möglichst schnell zu vollziehen. Ausschlag gebend ist vielmehr, dass wir uns für die richtigen Unternehmen entscheiden", bremste Bodner Erwartungen auf einen raschen Vollzug. Bilfinger Berger will sich mit der Verlagerung auf baunahe Dienstleistungen von der Baukonjunktur unabhängiger machen.

In das Ergebnis werden in diesem Jahr aus dem Aktienverkauf 230 Mill. ? als steuerfreier Ertrag einfließen. Über dessen Verwendung werde erst am Ende des Jahres entschieden, sagte der Vorstandschef. Einen ähnlichen Sonderertrag aus dem Verkauf von Dresdner-Bank - Aktien an die Allianz hatte Bilfinger Berger 2002 zur Zahlung eines Bonus an die Aktionäre verwendet.

Wachsen soll der Konzern 2003 nach Bodners Vorstellungen vor allem mit Dienstleistungen. Die Leistung in dieser Sparte werde nach den jüngsten Zukäufen von Rheinhold & Mahla, Wolfferts und HSG auf 1,2 (Vorjahr: 0,6) Mrd. ? wachsen. Das Ergebnis soll auf operativer Basis 40 (23) Mill. ? betragen. "Mit einem umfassenden Integrationsprojekt für alle unsere Dienstleistungsgesellschaften erschließen wir systematisch die vorhandenen Synergiepotenziale", sagte Bodner. Im Mittelpunkt stünden dabei Möglichkeiten gemeinsamer Angebote mit anderen Sparten (Cross Selling).

Im Hoch- und Industriebau rechnet der Konzern dagegen mit einer auf 1,8 Mrd. ? sinkenden Leistung, der profitablere Ingenieurbau soll die Leistung bei 2,0 Mrd. ? konstant halten. In den ersten drei Monaten stieg die Konzernleistung um 21 % auf 1,15 Mrd. ?. Der Auftragseingang lag mit 1,5 Mrd. ? um zwei Prozent über dem Vorjahreswert und ließ den Auftragsbestand Ende März auf einen neuen Rekordwert von 5,5 Mrd. ? klettern.

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