Zukunft bleibt aber ungewiss
Hoffnungsschimmer für den Werbemarkt

Nach zweijährigem Abwärtstrend ist die künftige Entwicklung der Werbewirtschaft ungewiss. Es sei offen, ob die Abschwungphase 2003 anhalte oder das Tal durchschritten sei, sagte der Präsident des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft (ZAW), Hans-Henning Wiegmann, am Dienstag in Berlin.

HB/dpa BERLIN. 2002 sanken die Ausgaben für Werbung um 5,9 % auf 29,6 Mrd. ? und damit etwa auf den Stand von 1998. "Das war eine Phase des signifikanten Schwundes und damit ein Rezessionsjahr." Bereits 2001 verzeichnete die Branche ein Minus von 5,1 %.

Wiegmann betonte, es gebe aber erste Lichtblicke wie leichte Wachstumsraten bei den Medien im April 2003. In den ersten vier Monaten dieses Jahres liege das Ergebnis nur noch bei minus 0,6 %. Die Zahlen seien jedoch nicht seriös genug, um eine Prognose zu erstellen, erklärte ZAW-Sprecher Volker Nickel. "Wir hoffen aber, dass wir mit Stagnation herauskommen."

Erstmal seit Jahrzehnten ist 2002 der Anteil der Werbeausgaben am Bruttoinlandsprodukt auf 1,4 % gesunken. Zuvor lag er mindestens bei 1,5 %. Die Branche verhielt sich jedoch sehr unterschiedlich. Von den 50 werbeintensivsten Wirtschaftsbereichen erhöhten 26 ihre Ausgaben, darunter die Spitzenreiter Massenmedien, Automobilindustrie und Handelsorganisationen. Wer seine Investitionen allerdings reduzierte, tat dies umso kräftiger.

Die Einnahmen der Medien aus der Werbung verringerten sich im vergangenen Jahr um 7,5 % auf 20 Mrd. ? (2001: 21,7 Mrd. ?, minus 7,2 %). Am heftigsten traf der erneute Rückgang die Tageszeitungen. Sie verbuchten ein Minus von 12,5 % auf 4,9 Mrd. ?. Das Fernsehen verlor 11,5 %, der Hörfunk 12,2 % und die Zeitschriften 7,5 %. Zulegen konnte das Internet als Werbeträger. Die Einnahmen der Online- Angebote stiegen um 22,7 % auf 227 Mill. ?.

ZAW-Präsident Wiegmann kritisierte, dass deutsche und europäische Politik die Freiheit der Werbung auf zahlreichen Feldern einschränken wolle. So solle die Werbung für Lebensmittel umfassend gesetzlich reglementiert und bestimmte erfolgreiche Werbeaussagen verboten werden. Wiegmann kündigte heftigen Widerstand gegen diese Politik an.

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