Zukunft der Autoindustrie
Vor dem großen Hersteller-Sterben

Trotz der aktuellen Flaute auf dem Inlandsmarkt sagen Experten der Automobilindustie glänzende Zukunftsaussichten voraus.

ap MüNCHEN. Nach der Epoche der Informationstechnologie breche nun das Jahrzehnt der Autoindustrie an, heißt es in einer Studie, die am Dienstag in München von der Hypo-Vereinsbank und der Unternehmensberatung Mercer Management Consulting vorgestellt wurde. Als Technologiemotor der Zukunft werde das Auto zu weit reichenden Innovationen beitragen.

Überkapazitäten, Verkaufsrückgänge und niedrige Aktienkurse würden bald der Vergangenheit angehören, heißt es in der Studie "Automobiltechnologie 2010". Allerdings werde es zuvor zu einem harten Verdrängungswettbewerb kommen, nach dem von den heute 15 größten Fahrzeugherstellern nur noch sechs bis zehn übrig blieben. Noch dramatischer werde es die Zulieferindustrie treffen, hier sagen die Experten das Aus von 2 000 der 5 500 Unternehmen voraus. Vor allem deutsche und japanische Autohersteller würden künftig noch stärker um rationellere Fertigungstechnologien wetteifern.

Die Zukunftschancen der Autohersteller würden sich in der Fähigkeit zu technischen Innovationen entscheiden, erklärten die Forscher, die für die Studie 800 Unternehmen aus allen Bereichen der Automobilindustrie untersucht hatten. Da Elektrik und Elektronik demnach immer mehr mechanische Bauteile verdrängen, werde die Softwareentwicklung für die Hersteller immer wichtiger.

Der Anteil von Elektronik und Software an den Herstellungskosten werde in zehn Jahren von heute 22 % auf 35 % ansteigen. Als Beispiel nennt die Studie den neuen 7er BMW, bei dem 90 Innovationen verwirklicht worden seien. So trocknen Bremsbacken, wenn ein Sensor Regentropfen meldet, durch leichtes Aufsetzen die Bremsscheiben und reduzieren damit den Anhalteweg.

Auch die Biotechnologie fließt laut den Experten künftig verstärkt in den Fahrzeugbau ein: Der Autolack der Zukunft könne wie ein Chamäleon seine Farbe ändern, eine Spezialbeschichtung auf Lack und Scheiben lasse Schmutz wie auf Lotusblättern abgleiten. An Eisbärentatzen orientierte Profile sollen die Haftung von Winterreifen verbessern.

Laut der Studie wird der durchschnittliche Benzinverbrauch der Autos in den nächsten zehn Jahren um 15 % zurückgehen. Dazu würde auch der Einsatz neuer Leichtbaustoffe wie Metallschaum, Magnesium und Keramik beitragen. Der Ausstoß an Schadstoffen werde dank moderner Motoren und Katalysatoren nur noch ein Tausendstel dessen betragen, was in den siebziger Jahren üblich gewesen sei. Zudem würden die Autos künftig um ein Drittel leiser als heute. Mit Gas- oder Elektroantrieb würden bis 2010 jedoch lediglich zehn Prozent der Autos fahren. Für die Brennstoffzelle werde in frühestens 15 Jahren die Massenproduktion anlaufen.

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