Zukunft der Lebensparte ist völlig offen: Mannheimer fehlt ein Sanierungskonzept

Zukunft der Lebensparte ist völlig offen
Mannheimer fehlt ein Sanierungskonzept

Wie geht es mit der angeschlagenen Mannheimer AG Holding weiter? Die Antwort auf diese Frage blieb Konzern-Chef Hans Schreiber gestern bei der Vorstellung der Bilanz schuldig. Eigentlich wollte er den Aktionären erklären, wie er den Versicherer aus der Krise führen will.

Wie geht es mit der angeschlagenen Mannheimer AG Holding weiter? Die Antwort auf diese Frage blieb Konzern-Chef Hans Schreiber gestern bei der Vorstellung der Bilanz schuldig. Eigentlich wollte er den Aktionären erklären, wie er den Versicherer aus der Krise führen will. Doch die neue Strategie sei noch nicht fertig, Schreiber will das Konzept nach eigenen Angaben "in wenigen Wochen" nachliefern.

Alle strategischen Optionen sind nach wie vor offen, betonte er, und nannte "Fusionen", "Teilfusionen" und "Kapitalerhöhungen" als Möglichkeiten. Auch die völlige Aufgabe der Selbstständigkeit des Konzerns, der stärker als viele Konkurrenten unter der Aktienbaisse leidet, schloss er nicht aus. Schreiber betonte, die Mannheimer habe Probleme in der Bilanz, aber nicht mit ihrer Liquidität. Die Holding ist an der Börse nur noch rund 100 Mill Euro wert - Wirtschaftsprüfer errechneten für den Vorstand dagegen rund 600 Mill. Euro als "angemessen". Knapp 90 % des Kapitals liegen bei institutionellen Anlegern, der österreichische Versicherer Uniqa hält 13 %, die Münchener Rück 10 %.



So blieb der Blick auf die Zahlen des Jahres 2002 - und die waren schlecht. Die Beitragseinnahmen des Konzerns sind um 5,4 % auf 810 Mill. Euro gesunken, die Dividende fällt aus. Ende 2002 standen 233 Mill. Euro an stillen Lasten (unrealisierten Kursverlusten) in den Büchern, das sind knapp 6 % des nominalen Werts der gesamten Kapitalanlagen. Auch für 2003 ist die Dividende noch keineswegs sicher, wie Schreiber eingestand, der sich außer einem Beitragsplus von gut einem Prozent ansonsten mit Prognosen sehr zurückhielt.

Der Konzernverlust für das Jahr 2002 lag mit 50 Mill. Euro (Vorjahr: 23 Mill. Gewinn) im Rahmen der Erwartungen, ebenso der Verlust je Aktie mit 5,01 Euro (Vorjahr 1,94 Gewinn). Analyst Jochen Schmitt von der Landesbank Rheinland-Pfalz hatte sogar noch geringfügig schlechtere Ergebnisse erwartet.

Offen blieb aber auch die Frage, was mit dem Lebensversicherer des Konzerns geschieht. Dieser hatte erst zu Boomzeiten stark in Aktien investiert und leidet jetzt besonders unter der Dauerkrise. Als Folge kann die Mannheimer Leben ihren Kunden nur noch die garantierte Mindestverzinsung gutschreiben - für jüngere Verträge sind das 3,25%. Der Lebensversicherer war auch weitgehend für den Verlust des Konzerns, die stillen Lasten wie auch für den Rückgang der Beiträge verantwortlich. Die Tochter machte 60 Mill. Euro Verlust. Insgesamt sanken die Beiträge im Lebengeschäft um 17 % auf 344 Mill. Euro. Dabei fiel das Geschäft mit Einmalbeiträgen auf Grund der geringen Gewinnbeteiligung faktisch weg. Schreiber deutete an, dass er sich aus dem Geschäft mit Garantie-Produkten zurückzieht und nun auf fondsgebundene Policen setzt. Diese Strategie hatte die Unternehmensberatung McKinsey aber kürzlich als verfehlt kritisiert, weil sie das Profil der Lebensversicherung verwische.

In der Sachversicherung stiegen die Beiträge um 2,1 % auf 263 Mill. Euro, der Gewinn sank von 19,5 Mill. Euro im Vorjahr auf 14,2 Mill. Euro. In der Krankenversicherung stiegen die Beiträge - auch dank Preiserhöhungen - um 15% auf 114 Mill. Euro, der Gewinn stagnierte bei 3 Mill. Euro.

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