Zukunft Mobilfunk
Multimedia via Handy

Vom mobilen Internet ist das Handy noch weit entfernt. Mit dem Multimedia Messaging Service (MMS) lassen sich zukünftig neben einfachen Textbotschaften (SMS) Grafiken, Audio- und sogar Videodateien verschicken. Und der IT- und Telekommunikationsbranche sollen entsprechende Umsätze beschert werden.

DÜSSELDORF. 20 Milliarden SMS werden monatlich per Handy weltweit versandt - einfache Textbotschaften mit einem Umfang von 160 Zeichen laufen mühsam über das Handydisplay. Schön wäre es, wenn der Nutzer seine Nachrichten mit animierten SMS "beleben" könnte. Mit MMS (Multimedia Messaging Service) sollen Handys zu Multimedia-Terminals werden: Grafiken, Audio- und sogar Videodateien werden das Handydisplay zukünftig bunter und lebendiger machen. Noch ist das multimediale Handy eine Vision, denn die unzureichenden technischen Standards setzen Grenzen. Bisweilen können Nutzer mit EMS (Enhanced Massaging Services) einen ersten Eindruck davon bekommen, wie die multimediale Mobilfunkwelt in Zukunft aussehen könnte.

Tickets buchen

Texte können mittlerweile per EMS formatiert werden, ebenso lassen sich Klingeltöne oder Eintrittskarten und Flugscheine auf das Handy herunterladen. Ein Kinobesuch wird künftig nicht mehr durch langes Anstehen an der Kasse eingetrübt, vielmehr zeigt der Filmbegeisterte dem Kartenabreißer die Eintrittskarte auf seinem Handydisplay - vorher hat er sich das Ticket per EMS auf sein Mobiltelefon heruntergeladen und mobil bezahlt. Oder ein Geschäftsmann checkt während der Taxifahrt via Handy stressfrei bei seiner Fluglinie ein. Mit dem Software-Client (g@te) des britischen Softwarehauses Magic4 beispielsweise lassen sich schon jetzt animirte SMS senden und empfangen, die mit voreingestellten oder individuell gestalteten Klängen und Grafiken erweiterbar sind.

Digitale Bildpostkarte

Das Oberhausener Unternehmen Convisual hat die "Mobile Picture Postcard" auf SMS-Basis entwickelt. Anwender können die mobile Bildpostkarte per SMS versenden: Mit einem Textbefehl werden die bunten Grußbotschaften ausgelöst und der Multimedia Message Broker - eine Art Übermittler-Plattform - des Unternehmens generiert aus dem Text eine visuelle Botschaft, die auf das jeweilige Empfängerhandy abgestimmt ist. Mobile Bildpostkarten per SMS bietet auch die Materna Gruppe aus Dortmund an. Darüber hinaus ermöglichen EMS-Dienste das Versenden von E-Mails über das Handy ohne Einschränkung der 160-Zeichen-Barriere. Unter dem Dach von Anny Way hat das IT-Unternehmen unterschiedliche Dienstleistungen des Mobile Business - unter anderem SMS, EMS, Wap, Mobile-Commerce und M-Banking - zusammengefasst. Im Fokus stehen dabei Anwendungen und Lösungen für Geschäftskunden.

Von EMS zu MMS

EMS ist aber erst der Anfang. Multimedia Messaging Services soll den UMTS-Lizenznehmern spätestens im Jahr 2006 fast 9,5 Mrd. Euro Umsatz bescheren. MMS erlaubt den Transfer von Texten, Bildern, Audio- und Videodateien von Handy zu Handy. Ab dem nächsten Jahr sollen multimediale Services auf Basis der GPRS-Netze ansatzweise schon möglich sein. Doch erst UMTS wird die erforderliche Datenübertragung der MMS-Anwendungen zufriedenstellend realisieren. "EMS ist ein wichtiger Zwischenschritt zu MMS", sagt Michael Goetze, Geschäftsführer der IT-Unternehmens M-labs GmbH aus Frankfurt/Main, zu Handelsblatt.com. Seiner Einschätzung nach wird das Medium E-Mail durch den MMS richtig in "Schwung kommen", was nicht unerheblich ist. Schließlich seien E-Mails die Hauptanwendung des World Wide Web und somit gerade für das mobile Internet bedeutsam.

Raumüberwachung per Handy ?

Das Versenden von E-Mails oder digitalen Postkarten via Handy sei laut Goetze aber längst noch nicht alles: Warum nicht über eine im Handy eingebaute Kamera Räume überwachen? "Das Handy könnte irgendwo platziert werden und zum Beispiel alle halbe Stunde ein Bild per MMS versenden oder speichern, nachdem es vorher durch einen Bewegungsmelder ausgelöst wurde", erläutert Goetze weiter. Möglich wird dies aber alles erst mit der Einführung des Mobilfunkstandards UMTS, der die für die mobilen Multimediaanwendungen erforderliche Datenübertragung gewährleistet.


Schreiben Sie der Autorin: u.latzke@vhb.de

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