"Zukunft unseres Landes liegt in Europa": Berlusconi will vorerst Außenminister bleiben

"Zukunft unseres Landes liegt in Europa"
Berlusconi will vorerst Außenminister bleiben

Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi will nach dem Rücktritt von Außenminister Renato Ruggiero mindestens ein halbes Jahr lang als dessen Nachfolger fungieren. Das sagte der Regierungschef am Montag der Tageszeitung "Corriere della Sera".

ap ROM. Zugleich war Berlusconi bemüht, Sorgen über den europapolitischen Kurs Italiens zu zerstreuen. "Wir sind fest davon überzeugt, dass die Zukunft unseres Landes in einem stärkeren Europa liegt, das mit einer einzigen Stimme sprechen kann", zitierte ihn die Zeitung. Berlusconi sagte, er wolle das gesamte Außenministerium reformieren. Er räumte ein, bisher noch keinen einzigen Euro ausgegeben zu haben. Dazu habe er keine Zeit gehabt.

Auslöser für Ruggieros Rücktritt am Wochenende war ein Streit über die Haltung der italienischen Regierung zum Euro. Der Minister, ein erklärter Euro-Befürworter, hatte öffentlich Kritik an der reservierten Haltung der Mehrheit des Kabinetts geübt. Berlusconi hatte ihn daraufhin in die Schranken gewiesen.

Der französische Finanzminister Laurent Fabius forderte Berlusconi am Montag auf, die Haltung seiner Regierung zur Europäischen Union klarzustellen. Er solle sich hierzu "auf der Ebene der Regierungschefs" erklären, sagte Fabius in einem Radiointerview. Ruggieros Rücktritt bezeichnete Fabius als Grund zur Sorge. "Italien ist eine der Säulen Europas", sagte er im Radiosender Europa-1. Ruggiero war in EU-Fragen wiederholt mit Berlusconi und anderen Kabinettsmitgliedern in Streit geraten.

Die in Italien ohnehin schon schleppend verlaufenden Euro-Einführung wurde am Montag durch einen Bankenstreik weiter erschwert. Rund 90 Prozent der Kassierer legten die Arbeit nieder. Sie forderten mehr Gehalt, wollten aber auch gegen Fehler bei der Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung protestieren, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Wegen des Streiks bildeten sich schon am Vormittag lange Schlangen vor den Postämtern.

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