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Zukunft von Trainerin Theune-Meyer bleibt ungewiss

Die Diskussion um einen möglichen Rücktritt von Erfolgstrainerin Tina Theune-Meyer hat die müde Nullnummer der deutschen Fußballerinnen gegen die Niederlande zum Ausklang des Länderspieljahres überschattet.

dpa BERLIN. Die Diskussion um einen möglichen Rücktritt von Erfolgstrainerin Tina Theune-Meyer hat die müde Nullnummer der deutschen Fußballerinnen gegen die Niederlande zum Ausklang des Länderspieljahres überschattet.

"Es gibt nichts zurück zu nehmen. Mein Vertrag läuft doch am 31. Juli aus", unterstrich die 50 Jahre alte Weltmeister-Trainerin nochmals ihren Anspruch, sich eine Vertragsverlängerung im kommenden Frühjahr genauestens zu überlegen.

Die Mannschaft habe die Diskussion der vergangenen Woche nicht beeinflusst, sagte Tina Theune-Meyer, die seit 1996 das Zepter der Auswahl schwingt und das Team zum WM-Titel 2003, zwei Mal zu EM-Gold und zu zwei dritten Plätzen bei Olympia führte. "Es hat mir nur Leid getan, dass ich mit meinen Äußerungen zu sehr die Schlagzeilen bestimmt habe und nicht die Mannschaft, die das verdient hätte", fügte sie hinzu.

Über ein Leben nach dem Fußball hat Tina Theune-Meyer öffentlich noch nicht nachgedacht. "Ich könnte doch Fischbrötchen verkaufen", meinte sie mit ein wenig Ironie auf die Frage nach ihren Zukunftsplänen. Die Verteidigung des WM-Titels ist momentan für sie hingegen kein vordergründiges Thema.

Nach Ansicht der Spielerinnen haben die Rücktritts-Andeutungen das Team trotz der ungewöhnlich schwachen Leistung in Berlin nicht verunsichert. "Das hatte keinen Einfluss auf unser Spiel. Es ist doch ihr gutes Recht, über ihre weitere Laufbahn nachzudenken. Sie hat mit uns so viel erreicht", erklärte Keeperin Silke Rottenberg, die in der Hauptstadt ihr 101. Länderspiel bestritt. "Ich würde einen Rücktritt sehr bedauern, aber es ist allein ihre Entscheidung", fügte die Duisburgerin hinzu.

"Bis zur Euro 2005 ist alles geklärt. Wir fahren nach England, um wieder den Titel zu holen. Über alles andere dürfen wir uns momentan keine Gedanken machen", forderte Ariane Hingst, die im nächsten Länderspiel im Frühjahr den 100. Einsatz für Deutschland anstrebt. Zur Vorbereitung auf die EM, die gleich nach dem deutschen Pokalfinale beginnt, tritt das Team bei den Turnieren um den Vier- Nationen-Cup in China und den Algarve-Cup in Portugal an.

Während von DFB-Vizepräsident Engelbert Nelle schon zu vernehmen war, dass er an einer Weiterbeschäftigung der Trainerin interessiert sei, würde für Siegfried Dietrich, den Manager des 1. FFC Frankfurt, der Abschied von Tina Theune-Meyer sogar einen Bruch in der positiven Entwicklung des Frauen-Fußballs in Deutschland bedeuten. "Ich war sehr überrascht von ihren Rücktritts-Gedanken. Mit ihrem Namen verbindet sich der Aufschwung. Im Moment weiß niemand, was da in ihr vorgeht", meinte Dietrich. Dass Theune-Meyer mit ihren Äußerungen nur bessere Konditionen beim DFB aushandeln will, glaubt der einzige Profi-Manager im deutschen Frauen-Fußball nicht. "Sie ist kein Pokerface", ist er überzeugt.

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