Archiv
Zukunftsängste im Abstiegs-Dreikampf - Jara Rauswurf?

Frankfurt/Main (dpa) - Spekulationen um die Entlassung von Kurt Jara beim 1. FC Kaiserslautern, Existenz-Ängste um die Zukunft im Profi-Fußball: Der Dreikampf gegen den Abstieg aus der Fußball-Bundesliga wird vor allem für die Pfälzer zur Zerreißprobe.

«Aus für Jara», meldete die «Bild»-Zeitung - egal ob Lautern in der Liga bleibt oder absteigt. Das Verhältnis zwischen dem Österreicher, der das Traineramt in Kaiserslautern erst am 4. Februar als Nachfolger von Erik Gerets übernommen hatte, und dem Vorstandsvorsitzenden René C. Jäggi sei nicht mehr zu kitten.

«Wir geben dazu keine Stellungnahme ab», sagte FCK-Pressesprecher Michael Novak der dpa. Nach dem 1:4 bei Schalke 04 hatte Jara wütende Fans an Jäggi und den Vorstands-Assistenten Jürgen Bühler verwiesen. Diese beiden hätten doch die Spieler geholt.

Abgesehen von Mutmaßungen Münchner Medien über einen Lizenzentzug, würde die 2. Liga auch 1860 München vor erhebliche finanzielle Probleme stellen. Als Tabellen-17. (32 Punkte) hinter Lautern (35) und Eintracht Frankfurt (32) haben die «Löwen» vor dem Kehraus aber die schlechtesten Karten. Die Trainerfrage ist bei 1860 zudem nicht definitiv geklärt, ebenso wie bei der Eintracht - zumindest haben die Hessen bereits die Zweitliga-Lizenz.

Im Fall des zweiten Abstiegs nach 1996 droht auch dem FCK der Lizenzentzug. Die Gehälter müssten um 35 Prozent reduziert werden. Eine Bedingung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), nachdem die Kaiserslauterner vor gut anderthalb Jahren nur um Haaresbreite der Insolvenz entgangen und Unregelmäßigkeiten in den Lizenzunterlagen aufgetreten waren.

«Einen Gehaltsverzicht in dieser Höhe kann Herr Jäggi nicht mit mir machen», sagte Vratislav Lokvenc dem «Kicker». Die Folge: Lokvenc verlässt den Verein; mit ihm wechselt Kapitän Alexander Knavs zum VfL Bochum. Am schwersten wiegt neben voraussichtlich weiteren Abgängen der Verlust von Nationalstürmer Miroslav Klose, der zu Meister Werder Bremen geht. Dagegen werden Auswahlspieler Carsten Jancker (Udinese Calcio) und Ferydoon Zandi (VfB Lübeck) nur dann zum deutschen Meister von 1998 kommen, wenn die «Roten Teufel» erstklassig bleiben.

Bei den «Löwen» wäre der Verkauf von mehreren Spielern ebenfalls wohl unvermeidbar. Auch Stürmerstar Benjamin Lauth werde den Verein dann verlassen, sagte Geschäftsführer Detlef Romeiko im Bayerischen Rundfunk. «Er will nicht in der 2. Liga spielen». Neu-Coach Gerald Vanenburg macht ein weiteres Engagement von der Erfüllung seines «Wunschzettels» abhängig - ob in der 1. oder 2. Liga. Neben einigen neuen Spielern fordert er eine Erweiterung des Trainerstabs und nannte Ex-1860-Profi Thomas Häßler als möglichen Assistenten. Der Etat würde um die Hälfte auf rund 17 Millionen Euro gekürzt. Nur mit einem Sieg bei Borussia Mönchengladbach kann 1860 den Sturz in die Zweitklassigkeit eventuell noch abwenden.

Einen personellen Neuanfang plant die Frankfurter Eintracht, die mit einem Sieg beim Hamburger SV möglicherweise den dritten Abstieg nach 1996 und 2001 vermeiden kann. «Wir sind uns im Klaren, dass das Durchschnittsalter der Mannschaft zu hoch ist. Das werden wir senken», kündigte der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen schon an. Der umstrittene Trainer Willi Reimann - bislang noch nie als Coach abgestiegen - hat noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2005.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%