Zukunftskongress tagt bis Samstag in Leipzig
Europäisierung der Gewerkschaftsarbeit erwartet

Die IG Metall erwartet in den nächsten zehn Jahren die Entwicklung einer europäischen Volkswirtschaft, die auch auf die Gewerkschaften gravierende Auswirkungen haben wird. Die Tarif- und Gewerkschaftspolitik werde europäisiert werden, sagte IG-Metall-Chef Klaus Zwickel am Donnerstag in Leipzig vor Beginn des Zukunftskongresses seiner Organisation.

WiWo/ap LEIPZIG. Durch die Mitgliedschaft in einer nationalen Gewerkschaft sollte dann auch die persönliche Mitgliedschaft in dem jeweiligen europäischen Gewerkschaftsverband erworben werden. Wie Zwickel weiter ausführte, kann er sich auch den Abschluss europäischer Tarifverträge vorstellen, die durch nationale Vertragswerke ergänzt werden könnten. "Allerdings fehlt uns dafür das Gegenüber", meinte er. Die Arbeitnehmerorganisationen seien in dieser Hinsicht bereits weiter als die Arbeitgeberverbände.

Der europäischen Politik und der Europaarbeit der Gewerkschaften werde im Zukunftsmanifest der IG Metall hoher Stellenwert eingeräumt, sagte Zwickel. Rund 500 Delegierte und Gäste der Organisation wollen den Entwurf des Manifests bis zum Samstag in Leipzig diskutieren. In der dreitägigen Debatte soll über die Erneuerung der IG Metall in den kommenden Jahren gesprochen werden. Aufgabe der Gewerkschaft sei es, erzwungene Flexibilität einzugrenzen und gewollte Vielfalt zu Gunsten der Arbeitnehmer zu gestalten.

Eine attraktive Gewerkschaft müsse außerdem qualifizierte Beratung, differenzierte Ansprache und kompetente Dienstleistung für ihre Mitglieder anbieten. Als entscheidende Zukunftsaufgabe für den Bereich der Tarifpolitik bezeichnete Zwickel die Debatte über betriebliche Differenzierungen in Tarifverträgen. In Flächentarifverträgen könnten verbindliche Grundlagen für darüber hinausgehende betriebliche Verhandlungen geschaffen werden.

Zwickel räumte ein, dass diese Thematik auch innerhalb des IG-Metall-Vorstands nicht unumstritten sei. Auch Betriebsräte hätten moniert, dass sie sich durch solche Lösungen überfordert fühlten. Zudem hätten die Arbeitgeber dafür gesorgt, dass die Diskussion um Differenzierungen stets als eine "Korrektur nach unten" verstanden werde. "Wir müssen über Differenzierung in beiden Richtungen reden", sagte Zwickel.

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