Zukunftsmarkt USA
Eurohyp startet mit einer Kampfansage

Mit einer Kampfansage an die Konkurrenz hat sich erstmals der designierte Vorstand des entstehenden Hypothekenbank-Riesen Eurohypo präsentiert. "Die neue Eurohypo stellt sich als eine führende europäische Spezialbank mit internationalem Anspruch auf", sagte der künftige Vorstandschef Karsten von Köller am Donnerstag in Frankfurt.

dpa FRANKFURT/M. Hauptkonkurrent ist HVB Real Estate, eine Tochter der HypoVereinsbank. Vor allem in Nordamerika sieht der Immobilien- und Staatsfinanzierer einen bedeutsamen Zukunftsmarkt. Die Bank entsteht aus dem Zusammenschluss der Hypo-Töchter von Deutscher, Dresdner und Commerzbank.

Die Fusion soll ab 2004 Synergieeffekte von jährlich 140 Millionen Euro erbringen. Dazu gehören Kosteneinsparungen von 120 Millionen Euro, die vor allem aus dem Abbau von 800 Stellen und niedrigeren IT- Kosten resultieren. Außerdem soll die stärkere Vertriebsmacht sowie der Ausbau des Immobiliengeschäfts in Nordamerika Mehreinnahmen von jährlich 20 Millionen Euro in die Kassen spülen. In den kommenden zwei Jahren fallen jedoch zunächst einmal Umbaukosten in Höhe von 210 Millionen Euro an.

Großaktionäre werden die drei Frankfurter Großbanken, die sich in der vergangenen Woche auf die Umtauschverhältnisse einigten. An der künftig größten Hypothekenbank Deutschlands wird die Deutsche Bank 34,7 Prozent, die Commerzbank 34,5 Prozent und die Dresdner Bank 28,6 Prozent halten. Diese Aufteilung wird sich kurze Zeit nach der Verschmelzung aber noch zu Gunsten von Deutscher und Dresdner Bank verschieben. Denn diese werden ihre gewerbliche Immobilien- Finanzierung erst nachträglich in die Eurohypo integrieren. Dies geschieht über eine Kapitalerhöhung. Der ermittelte Unternehmenswert beträgt knapp sieben Milliarden Euro.

Die Deutsche Bank steuert ihr Immobilien-Investmentbanking aus London bei, das US-Geschäft übernimmt das dortige Investmentbanking- Team der Dresdner Bank. Der neue Eurohypo-Vorstand entschied sich damit gegen eine Verschmelzung aller drei US-Teams der Frankfurter Großbanken. "Es ist schwierig, Teams aus den USA zusammenzufassen", begründete der designierte stellvertretende Vorstandschef Bernd Knobloch.

Durch die Verschmelzung ihrer Hypo-Töchter entledigen sich die drei Frankfurter Großbanken des Immobiliengeschäfts, das viel eigenes Kapital bindet. Allerdings haben die Großbanken eine Risikogarantie über fünf Jahre auf die Immobilien-Altbestände des neuen Hypo-Riesen abgegeben. Mittelfristig wollen sie aber ihren Anteil an der Eurohypo reduzieren. Wenn es die Geschäftsentwicklung und die Stimmung an den Börsen zulässt, soll in einem ersten Schritt etwa ein Viertel des Kapitals bis Ende 2004 in die Hand freier Aktionäre gelangen. Derzeit liegt der Streubesitz bei etwa zwei Prozent.

Nach dem Personalabbau wird das Institut noch 2000 Mitarbeiter beschäftigen. Die Stellenstreichungen sollen bis Ende 2003 vollzogen sein. Auch bei den Steuern wird das Institut sparen: Wegen der niedrigeren Gewerbesteuer verlegt Eurohypo im Frühjahr 2004 ihren Sitz in das an Frankfurt grenzende Eschborn. In drei Jahren spart die Bank damit 40 Millionen Euro. Die gesamte Steuerlast wird mit 37,3 Prozent um drei Prozentpunkte unter dem aktuellen Niveau liegen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%