Zukunftsvisionen der Computerriesen
IBM und HP kämpfen um die Vorherrschaft

Die Informationstechnologie-Branche hat derzeit keinen Grund zum Jubeln. Das zweistellige Wachstum der 90er Jahre ist vorbei. Neue Geschäfte können die Anbieter nur über einen verschärften Verdrängungswettbewerb machen oder mit Lösungen, die Firmenkunden beim Sparen helfen.

HB/dpa HANNOVER. Nach der Fusion der früheren Konkurrenten Hewlett-Packard (HP) und Compaq läuft das Wettrennen in der Branche immer mehr auf einen Zweikampf zwischen der neuen HP und dem Computerriesen IBM hinaus. Auf der Computermesse CeBIT in Hannover präsentieren beide Unternehmen Zukunftsvisionen, die sich stark ähneln.

"Die Kunden sehen uns als Alternative zu IBM", meint der frühere deutsche Compaq-Chef und heutige Leiter der HP-Großrechnersparte, Rainer Kaczmarczyk. Zwar sind die Konkurrenten völlig anders aufgestellt. IBM hat sich im vergangenen Jahrzehnt weg von der Hardware hin zu Dienstleistungen und Software entwickelt und will nach der Übernahme der Consulting-Sparte von Pricewaterhouse-Coopers Firmen auch bei strategischen Entscheidungen beraten. HP bietet hingegen mehr Produkte an - vor allem in der profitablen Sparte für Drucker, Bildbearbeitung und Zubehör - und setzt auf große Partner, während IBM als Komplettanbieter auf Kundenfang geht.

Dennoch schwören sowohl IBM als auch HP auf mehr Flexibilität in den IT-Landschaften der Unternehmen. Nach der Wachstumsphase der Vergangenheit summen in den Kellern der Firmen kleine und große Rechner vor sich hin, die völlig unterschiedliche Pflegebedürfnisse haben. "Der Wildwuchs ist nicht mehr kontrollierbar und für die Unternehmen ein enormes Kostenproblem", sagt der neue Deutschland- Chef von IBM, Walter Raizner. Speicherplatz für Daten werde teilweise nicht mal zur Hälfte genutzt, weil er quer durch das Unternehmen verstreut sei, weiß HP-Manager Kaczmarczyk. Mit der Zusammenlegung von Rechnern und integrierten Steuerungssystemen wollen die beiden Computerkonzerne Abhilfe schaffen und den Unternehmen künftig IT- Dienstleistungen je nach Bedarf anbieten.

Besonders deutlich wird der Wettbewerb zwischen HP und IBM beim Kampf um die Aufträge großer Unternehmen, die ihre IT auslagern (outsourcen) wollen, und im wichtigen Geschäftsbereich der Großrechner. Diese im Fachjargon als Server bezeichneten Geräte befehligen die anderen Rechner. Ohne sie geht in den meisten Unternehmen nichts mehr. HP ist nach der Fusion mit Compaq Marktführer in wichtigen Segmenten des weltweiten Server-Markts, doch IBM gibt sich keineswegs geschlagen. "Unsere Großrechner sind den HP - Servern überlegen", meint IBM-Manager Raizner.

Neuestes Symbol des Wettkampfs sind die so genannten Blades - dünne Einschübe, auf denen komplette Großrechner untergebracht sind. Nachdem die einst turmhohen Server in den vergangenen Jahrzehnten bereits auf die Größe von Pizza-Schachteln geschrumpft waren, ist mit den auf der CeBIT gezeigten Blades nun eine weitere Stufe der technologischen Entwicklung erreicht. HP will bei Großrechnern künftig durch die Zusammenarbeit mit dem Chiphersteller Intel seinen Vorsprung weiter ausbauen. "In den nächsten Jahren bringt uns das deutliche Preisvorteile", glaubt Manager Kaczmarczyk.

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