Zulieferer haken 2003 ab
2004 soll es wieder aufwärts gehen

Nicht nur die Autohersteller haben das Jahr 2003 abgehakt. Auch die Zulieferer der Branche sehen in diesem Jahr kaum mehr Hoffnung für den lang ersehnten Aufschwung und richten das Augenmerk schon gespannt auf 2004.

HB FRANKFURT. "Ich sehe sehr große Hoffnung, dass die Angebotsseite jetzt einen Push in den Markt bringt", sagte der stellvertretende Chef des Autozulieferers und Reifenherstellers Continental, Wolfgang Ziebart, auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) am Mittwoch in Frankfurt. "Wir hoffen, die Rezession wird ein Ende haben."

Continental sei als Zulieferer in den großen Volumenmodellen von VW (Golf) und Opel (Astra) vertreten. Zudem profitiere die Zuliefererbranche von der Nischenstrategie vieler Autohersteller auf der IAA, die zu einer Flut neuer Modelle führt. "Es gibt so viele neue Produkte, dass die Konjunktur einen Schub bekommen wird", zeigte sich ebenso Volker Barth, der Europa-Chef von Delphi, optimistisch.

Die Nummer eins und drei der Branche in Deutschland, Bosch und ZF Friedrichshafen, stützen ihre Zuversicht bereits auf konkrete Aufträge. Gerade aus Europa und Nordamerika seien Wachstumsimpulse zu erwarten, sagte ZF-Chef Gerhard Goll. Wie Bosch und Siemens VDO setzt ZF Friedrichshafen auf technische Innovationen, um beim Aufschwung mit dabei zu sein.

Dagegen gibt sich der französische Automobilzulieferer Valeo noch skeptisch. "Ich sehe überhaupt keine Anzeichen für eine Erholung in Europa, und ich glaube nicht, dass ich zu pessimistisch bin", sagte Verwaltungsratschef Thierry Morin. Vor Mitte 2004 würden die Weltmärkte nicht anziehen.

Auch für den größten Autozulieferer der Welt, Delphi, steht der Aufschwung in Europa noch nicht unmittelbar vor der Tür. Im eigenen Geschäft seien die Impulse noch nicht spürbar. "Die Stückzahlenprognosen der nächsten Monate zeigen noch nicht nach oben." In Deutschland seien die Verbraucher zudem wegen der politischen Reformen noch immer in Wartestellung, bemerkte er.

Im laufenden Jahr leiden die global tätigen Zulieferer aus Deutschland unter dem schwachen Dollar. Wie bei ZF frisst auch bei Bosch der Wechselkurseffekt die realen Umsatzzuwächse fast völlig wieder auf. Sechs Prozent mehr Umsatz sieht Bosch in lokalen Währungen, Stillstand bei 35 Mrd. ? jedoch nach der Umrechnung in Euro.

Bei ZF werde der Umsatz 2003 bestenfalls leicht über dem Vorjahresniveau von 9,2 Mrd. ? liegen - auch weil der Zuwachs bei Fahrwerksystemen für nordamerikanische Autobauer, mit denen ZF immer mehr Geschäft macht, sich in Euro gerechnet kaum bemerkbar macht. "Auch mit einer Ergebnisverbesserung ist nicht zu rechnen", sagte Goll, der 2003 bereits im Frühjahr zu einem Jahr erklärt hatte, das es irgendwie zu überbrücken gelte.

Bosch geht ebenfalls von stagnierenden Gewinnen aus. Erst 2004 hat sich der neue Bosch-Chef Franz Fehrenbach vorgenommen, der angestrebten Umsatzrendite von sieben Prozent näherzukommen. In diesem Jahr dürfte sie noch bei 4,5 % verharren.

Continental-Chef Manfred Wennemer strotzt dagegen vor Zuversicht. "Wir sind optimistisch für 2003", sagte er mit Blick auf die konzerneigene Prognose, das Betriebsergebnis in diesem Jahr auf "signifikant" über 700 Mill. ? zu steigern.

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