Zum dritten Mal
Fußball-Frauen holen Olympia-Bronze

Mit einem „Doppelpack“ hat Fatmire Bajramaj Deutschlands Fußball-Frauen vor einer Blamage bewahrt und zum dritten Mal nacheinander die Bronzemedaille bei Olympischen Spielen beschert.

HB PEKING. Die Mittelfeldspielerin vom FCR Duisburg avancierte am Donnerstag beim 2:0 (0:0)-Sieg gegen Japan im Spiel um Platz drei mit ihren beiden Treffern in der 69. und 87. Minute zur umjubelten Matchwinnerin der keinesfalls überzeugenden DFB-Auswahl, die schon 2000 in Sydney und 2004 in Athen Bronze gewonnen hatte.

Mit versteinerter Miene verfolgte Bundestrainerin Silvia Neid in der ersten Hälfte den eines Weltmeisters kaum würdigen Auftritt. Stockfehler statt Spielfluss prägten vor der prächtigen Kulisse von 49 285 Zuschauern im Pekinger Arbeiterstadion die Aktionen der DFB- Auswahl, die von Beginn an keine klare Linie erkennen ließ. Im Mittelfeld konnte Regisseurin Renate Lingor in ihrem letzten Karriere-Spiel keine Impulse geben, im Angriff stand Birgit Prinz allein auf weiter Flur und mühte sich oft vergeblich. Sturmpartnerin Sandra Smisek, die für Anja Mittag in die Startformation rückte, war völlig abgemeldet und musste in der Pause Dauerreservistin Conny Pohlers Platz machen.

Die Japanerinnen kombinierten dagegen frech drauf los und erspielten sich neben einer optischen Überlegenheit auch eine Reihe guter Chancen. Die erste vergab Shinobu Ohno nach einer knappen Viertelstunde, als sie aus 14 Metern knapp verzog. Danach bewahrte Nadine Angerer, deren Einsatz wegen einer leichten Zerrung in der Bauchgegend fraglich war, die DFB-Auswahl innerhalb von 60 Sekunden zwei Mal vor einem Rückstand. Erst fischte die deutsche Nummer 1 einen Schuss von Aya Miyama aus dem unteren rechten Eck, dann lenkte sie einen Gewaltschuss von Yukari Kinga aus 25 Metern über die Latte.

Im Anschluss an die folgende Ecke rettete Melanie Behringer gegen Miyama auf der Linie. Von der deutschen Mannschaft war in der Offensive nichts zu sehen. Null Torschüsse lautete die peinliche Halbzeit-Bilanz. Und auch nach dem Wechsel blieben die ganz in blau gekleideten Japanerinnen zunächst am Drücker. Homare Sawa (52.) zwang Angerer zu einer weiteren Parade, kurz darauf war Deutschlands Torfrau bei einem Versuch von Ayumi Hara auf dem Posten. In der 67. Minute war dann endlich der erste Schuss in Richtung japanisches Tor zu verzeichnen.

Die eingewechselte Bajramaj zielte jedoch viel zu hoch. Zwei Minuten später stand die 20-Jährige dann aber goldrichtig. Einen Kopfball von Kerstin Garefrekes parierte Japans Torfrau Miho Fukumoto, den Abpraller knallte Bajramaj aus spitzem Winkel unter die Latte ins Netz. Kurz vor Schluss traf die Duisburgerin mit einem trockenen Flachschuss und gab damit das Startsignal zur deutschen Jubel-Party.

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