Zum Juni sollen die Büros in Stuttgart und Frankfurt geschlossen werden
Pixelpark reduziert Belegschaft um mehr als ein Viertel

Die Pixelpark AG will im Zuge eines Kostensenkungsprogramms ihre Belegschaft um mehr als ein Viertel reduzieren. Bis Ende September sollen allein in Deutschland 200 Stellen gestrichen werden. Auch die Berliner Unternehmenszentrale werde davon betroffen sein, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Im internationalen Geschäft sollen 90 Arbeitsplätze abgebaut werden. Das Büro in den USA soll geschlossen, das Osteuropageschäft im Zuge eines Management-Buyout ausgegliedert werden.

dpa-afx BERLIN. Der Betriebsrat für den Standort Berlin hat beim zuständigen Arbeitsgericht eine einstweilige Verfügung gegen die Geschäftsführung des Internet-Dienstleisters beantragt.

Das Büro in den USA soll den Unternehmensangaben zufolge geschlossen, das Osteuropageschäft im Zuge eines Management-Buyout ausgegliedert werden. Bereits zum 30. Juni sollen die Büros in Stuttgart und Frankfurt zugemacht werden. Die Niederlassung Dortmund werde durch einen Management-Buyout ausgegliedert. Einzelheiten zu den Management-Buyouts wurden nicht genannt. Die Zahl der dadurch entfallenden Stellen ist in den 290 nicht enthalten.

Investitionsstopp

In Hamburg, München und Köln ist die "Konsolidierung" den Angaben zufolge bereits abgeschlossen. Bis Ende September sollen zudem bis zu 2 Mill. Euro an Personal-, Infrastruktur- und Reisekosten eingespart werden. Pixelpark verhängte einen Investitionsstop bis zu diesem Zeitpunkt und erklärte, Angebote externer Dienstleister weniger nutzen zu wollen.

Gleichzeitig gab das Unternehmen die endgültigen Zahlen für das erste Quartal 2001 bekannt. Für die ersten drei Monate des laufenden Geschäftsjahres wies der Internet-Dienstleister bei einem Gesamtumsatz von 26,1 Mill. Euro einen Konzernfehlbetrag von 25,0 Mill. Euro aus. Der operative Verlust wurde mit 12,7 Mill. Euro angegeben, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sowie Sonderabschreibungen mit minus 5,0 Mill. Euro. Zum 31. März verfügte Pixelpark nach eigenen Angaben über liquide Mittel in Höhe von 13,2 Mill. Euro.

Betriebsrat beantragt einstweilige Verfügung gegen Stellenabbau

Im Zuge der Umstrukturierungsmaßnahmen sollen allein in Berlin 61 Stellen wegfallen, sagte der Sprecher des Berliner Betriebsrats Markus Kempken. Die betroffenen Mitarbeiter seien von der Geschäftsleitung dem Betriebsrat nicht namentlich benannt worden. "Uns ist nicht nachvollziehbar, nach welchen Kriterien sie ausgesucht wurden", sagte Kempken. Eine Einbeziehung des Betriebsrates, die bei einem Personalabbau dieser Größenordnung erforderlich sei, habe nicht stattgefunden.

Deshalb will der Betriebsrat der Geschäftsführung entsprechende Personalgespräche gerichtlich untersagen lassen. Eine Anhörung finde nächste Woche statt. Die Geschäftsführung äußerte sich unterdessen zuversichtlich, dass das Arbeitsgericht Berlin den Antrag des Betriebsrats abweist. "Wir haben unsere Position juristisch sorgfältig geprüft", teilte der Internet-Dienstleister am Dienstagabend mit. "Wir möchten selbstverständlich die Gespräche mit dem Betriebsrat weiterführen", hieß es. Das Angebot, mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan zu verhandeln, bestehe auch weiterhin.

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