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Zum Quartalsende ins Minus

Mit dem Glockenschlag an der Wall Street ist für die Indizes das dritte Quartal zu Ende gegangen. Normalerweise versuchen die Fondsmanager zum Quartalsende ihre Depots noch einmal mit den Werten aufzupeppen, die gut performt haben. Das bedeutet noch einmal einen kräftigen Handel und ein paar Zukäufe. Doch das sogenannte Window Dressing blieb am Freitag aus und die beiden Indizes verschwinden in der Verlustzone. Der Dow notierte bei 10650 mit einem Verlust von 1,6 Prozent, der Nasdaq Index bei 3672 mit einem Verlust von 2,8 Prozent.

Insgesamt hat der Technologie Index im vergangenen Vierteljahr 6,9 Prozent verloren. Der Blue Chip Index ist dagegen um 2,6 Prozent in die Höhe geklettert.



Am Freitag bekam der gesamte Technologiesektor Prügel. Ausgefressen hatte es diesmal Apple. Der Computer-Riese schockte Anleger und Analysten mit einer Gewinnwarnung. Im vierten Quartal werde der Computer-Riese 30 bis 33 Cents Gewinn pro Aktie erzielen, deutlich weniger als die von den Analysten im Schnitt erwarteten 45 Cents. Der Kurs halbierte sich und Apple verliert 8,3 Milliarden an Marktwert.



Analysten befürchten nun, dass die Apple-Warnung als Signal für eine allgemeine Schwäche der Computer-Branche gewertet werden kann. Daher geht es für die Computerbrache in die Tiefe. Dell, Gateway verlieren. Hewlett-Packard, IBM und Intel waren die größten Loser im Dow.



Noch eine Hiobsbotschaft kam von United Airlines. Die Fluggesellschaft warnte vor einem schwächeren dritten Quartal. Offensichtlich wird United einen Verlust einfahren. Analysten hatten mit einem Gewinn gerechnet. Auch könnte das vierte Quartal unter den Erwartungen ausfallen. Die Fluggesellschaft macht in erster Linie höhere Kerosinpreise verantwortlich. Zudem hätten Arbeitsniederlegungen die Umsatzzahlen belastet.



Nicht nur die Sorgen über nachlassenden Computerkäufe, sondern auch Lieferprobleme bei Intel brachten den Halbleiter-Sektor in Verruf und ziehen Micron Technology, Applied Materials und Rambus nach unten. Berichten zufolge gerät der weltgrößte Chiphersteller mit der Auslieferung seines neuen Pentium IV Prozessors in Verzug. PC Hersteller haben daher nicht mehr genügend Zeit ihre Modelle mit den neuen 1,4 Ghz Prozessoren rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft fertigzustellen.



Geld fließt auf die sichere Seite, wenn es an den Börsen rauer zugeht. Für die Anleger schienen am Freitag Pharma-Aktien die sichere Seite zu sein. Pfizer, der größte Pharma-konzern der Welt, gab stolz bekannt , die Gewinnschätzungen der Analysten einhalten zu können und legte kräftig zu. Profitieren konnten die Dow Werte Merck, Johnson & Johnson. Weitere Dow Gewinner sind der Chemiekonzern DuPont und Alcoa.



Den Finanzsektor beflügelten am Wochenende Übernahmenfantasien. Man munkelt, dass sich ein großes Finanzunternehmen für die kleinste international operierende Investmentbank Bear Stearns interessiere. Innerhalb der vergangenen drei Monaten haben Akquisitionsspekulationen den Kurs um 52 Prozent in die Höhe getrieben.

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