Zum Schluss kräftig abwärts
Magere Europa-Börsen

Die europäischen Aktienmärkte haben den Handel am Mittwoch markant schwächer beendet. Durchschnittlich büßten die Standardwerte mehr als zwei Prozent an Wert ein. Vor allem die Börsen in Zürich und Amsterdam standen unter Druck.

Der DJ Stoxx-50-Index büsste 2,5 Prozent auf 3126,74 Zähler ein. Der EuroStoxx50 verlor 2,6 Prozent auf 3180 Punkte. Die grössten Verlierer waren neben den Technologie- auch die Finanz- und Pharmawerte. Händler sprachen von einer insgesamt trüben Stimmung und verwiesen auf die negativen Vorgaben der US-Börsen vom Dienstag und den erneut verhaltenen Start am Mittwoch.

Die Aufmerksamkeit richtete sich zudem auf die Schwäche der US-Devise. Der Dollar sank gegenüber dem Euro auf den tiefsten Stand seit 17 Monaten. Nicht einmal ein positiver Ausblick des zweitgrössten Mobiltelefon-Herstellers Motorola konnte den Börsen Auftrieb verleihen, hiess es. Nach der Rücknahme der Gewinnschätzung und des Preisziels durch Morgan Stanley fielen Nokia markant. Auch die Titel von Konkurrent Ericsson verloren erneut deutlich; das Unternehmen büsste seit Anfang des Jahres beinahe die Hälfte seines Werts ein. Unter Druck standen auch die Aktien von anderen Telekomausrüstern sowie Telekomdienstleistern. So sackten Mobilcom um mehr als 15 Prozent ab. Händler verwiesen auf den Rückzug von Hauptaktionär France Telecom.

LONDON - Der FTSE-100-Index der Londer Börse schwächte sich deutlich um 1,68 Prozent auf 4851,7 Punkte ab. Für Abwärtsdruck sorgten schwache Pharma-, Öl- und Bankwerte. Erneut belastet haben auch einige Technologietitel. Nach negativen Vorgaben des US-Pharmakonzerns Abott Laboratories lagen GlaxoSmithKline ebenso im Minus wie AstraZeneca. Bei GlaxoSmithKline, die zeitweise vier Prozent im Minus lagen und dann 0,7 Prozent tiefer aus dem Handel gingen, verwiesen Händler zudem auf Sorgen der Anleger wegen der Auseinandersetzung mit der US-Steuerbehörde. Im Zuge nachgebender Rohölpreise fielen Shell um 3,2 Prozent und BP um 1,6 Prozent. Die Aktien des Chip-Entwicklers ARM sackten 8,1 Prozent ab. Schwächer waren aber auch die schwergewichtigen Bankwerte wie Barclays oder HBOS.

ZÜRICH - Die Schweizer Aktien konnten sich nach einem schwachen Start auch gegen den Schluss nicht erholen. Der SMI-Index erreichte bei 6114,3 Punkten den tiefsten Stand seit letztem November und schloss noch um 2,97 Prozent tiefer mit 6142,0 Punkten. Händler sagten, von den USA ausgehend hätten vor allem Pharmawerte und einzelne Finanzaktien deutlich nachgegeben. Marktteilnehmer verwiesen auch auf die politischen und konjunkturellen Unsicherheiten, die die Anleger vom Markt fern hielten. Von den Standardwerten waren einzig Holcim und ABB gut gehalten. Schwergewichte wie Novartis, Nestle oder Roche verloren markant. Aber auch CS Group oder UBS liesen kräftig Federn.

PARIS - Der CAC-40-Index der Pariser Börse büsste 2,55 Prozent auf 4004,76 Zähler ein. Angeführt wurde die Abwärtstendenz von den France Telecom, die über fünf Prozent fielen. Händler erklärten, die Anleger seien bezüglich der Aussicht auf Erholung des Technologiesektors sehr skeptisch. Belastet habe die Titel laut Händlern auch eine Zurückstufung. Die Aktien des Tochterunternehmens Orange lagen knapp drei Prozent im Minus. Unter Druck standen auch Indexschwergewichte wie TotalFinaElf und Axa.

BENELUX - Die Benelux-Börsen präsentierten sich schwächer. Der Amsterdamer AEX-Index sank 3,32 Prozent auf 446,97 Punkte und der Brüsseler Bel20-Index gab 2,96 Prozent auf 2592,98 Zähler nach. Auch hier ging der Druck von den schwachen Technologietiteln aus. Die Aktien des Chipherstellers ASML brachen 9,5 Prozent ein und Indexschwergewicht Philips verloren 4,2 Prozent. Versicherer Aegon musste Kursverluste von fünf Prozent hinnehmen.

MAILAND - Ebenfalls belastet von Technologie- und Telekomaktien verlor der Mailänder Mib30-Index 2,03 Prozent auf 28.738 Zähler. Die Liste der Verlierer führten die Titel des Chipherstellers STMicroelectronics mit einem Minus von über vier Prozent an. Auch die Aktien des Technik- und Luftfahrtunternehmens Finmeccanica sanken knapp vier Prozent. Der Konzern hält einen rund 20-prozentigen Anteil an STM. Telecom Italia und Telecom Italia Mobile notierten beide rund drei Prozent leichter.

MADRID - Der Ibex-35-Index der Madrider Börse verlor 2,2 Prozent auf 7387,6 Punkte, den tiefsten Stand seit Oktober des letzten Jahres. Der Markt litt neben der Schwäche im Technologiesektor auch unter den wieder wachsenden Sorgen über die Krise in Argentinien. Als Belastung erwiesen Telefonica, die 4,1 Prozent fielen. Belastet von ihren Engagements in Argentinien standen auch die Titel der Bankschwergewichte Santander Central Hispano und Banco Bilbao Vizcaya Argentaria unter Druck.

SKANDINAVIEN - Der DJ StoxxNordic-Index der skandinavischen Börsen sackte 2,43 Prozent auf 273,50 Zähler ab. Auch hier verwiesen Marktteilnehmer auf Kursabgaben bei Technologiewerten. Nach einer Verkaufswarnung notierten Nokia über sechs Prozent schwächer. Die Titel von Rivale Ericsson bauten die deutlichen Vortagsverluste mit minus 5,6 Prozent weiter aus. Ericsson litten zudem unter einer Rücknahme des Gewinnziels.

WIEN - Der weitgehend impulslose Wiener Aktienmarkt ist vor allem von Kursverlusten des Schwergewichts Erste Bank weiter ins Minus gedrückt worden. Der ATX-Index büsste 0,78 Prozent auf 1265,90 Punkte ein. Erste Bank veröffentlichten am Mittwoch erste Details zur geplanten Kapitalerhöhung. Die Titel sanken 2,8 Prozent.

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