Zum Schutz der Fans sind mehr Fangnetze Pflicht
Eine DIN-Norm verschreckt die Deutsche Eishockey-Liga

Zum Schutz der Fans sind mehr Fangnetze Pflicht. Doch die Klubs fürchten um gute Sicht.

BERLIN. Die Fans in der Kölnarena waren amüsiert. Der Hallensprecher bat sie im Zehn-Minuten-Takt darum, bitte immer auf den Puck zu schauen. Der Grund der Warnungen war ernst: Nach der DIN-Norm von 1992 haben die Klubs zu verhindern, dass Zuschauer durch Pucks verletzt werden. Am 13. März 2003 traf bei einem Spiel der Hamburg Freezers ein Puck eine Besucherin, sie brach sich den Kiefer. Die Frau verklagte die Freezers, deren Versicherung 23 000 Euro zahlen musste. Fangnetze in den Stadien der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gibt es nur hinter den Toren. An den Seiten schützen Banden und Plexiglasscheiben - doch bis zu 2,40 Meter Höhe reichen nicht immer aus.

Die DIN-Richtlinie schreibt Netze an den Seiten vor. Auch der Deutsche Eishockey-Bund saß in dem Ausschuss, der die Norm festgelegt hat - und hat nicht aufgepasst. Erst als das Oberlandesgericht Hamburg gegen die Freezers entschied, bekam der Passus Bedeutung. DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke sagt: "Um jedes Haftungsrisiko auszuschließen, müssten die Klubs an den Seiten Netze bis zur höchsten Zuschauerreihe anbringen." Als die Richtlinie erstellt wurde, gab es noch keine Großarenen in Deutschland. Es ist unwahrscheinlich, dass ein Fan im Oberrang der Kölnarena von einem Puck verletzt wird.

Die Klubs lehnen Netze an der Seite ab: Schlechte Sicht für die Fans und die Infragestellung der Fernsehübertragungen wären wohl die Folge. Die DEL versucht laut Tripcke nun, "diese DIN-Richtlinie zeitnah geändert zu bekommen".

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