Zum Teil spontane Zusammenkünfte: Weltweit protestieren Hunderttausende gegen den Krieg

Zum Teil spontane Zusammenkünfte
Weltweit protestieren Hunderttausende gegen den Krieg

Nach dem Beginn des Irak-Krieges ist weltweit eine Protestwelle angerollt. Hunderttausende Demonstranten versammelten sich in zahlreichen deutschen Städten und in Metropolen wie San Francisco, Mailand, Paris oder London.

DPA Wenige Stunden nach dem Beginn des Irak-Krieges haben weltweit Hunderttausende zumeist friedlich gegen die US- Angriffe protestiert. Wie in zahlreichen Städten Deutschlands gab es am Donnerstag Großdemonstrationen in London, Barcelona, Mailand, Athen, Kairo, Sydney und San Francisco. Auch in Indien, Pakistan und Afghanistan kam es zu anti-amerikanischen Kundgebungen. In San Francisco starb am Mittwoch (Ortszeit) ein Demonstrant beim Sturz von der Golden Gate Brücke.

Kriegsgegner errichteten vor dem Parlamentsgebäude in London ein "Friedenslager". Ein Sprecher sagte: "Dieser Krieg findet ohne Zustimmung des britischen Volkes statt. Dies ist ein Tag der Schande für Großbritannien." Proteste gab es auch in Manchester, Cambridge und dem schottischen Edinburgh.

In San Francisco im US-Bundesstaat Kalifornien blockieren mehr als Tausend Menschen am Donnerstagmorgen (Ortszeit) Straßen und Zugänge zu Büros. Bis zu zwanzig Straßenkreuzungen waren während des morgendlichen Berufsverkehrs teilweise versperrt. Dutzende Demonstranten wurden verhaftet. Am Mittwoch hatte ein 44 Jahre alter Mann vor dem Sturz von der 70 Meter hohen Golden Gate Brücke eine Protesterklärung gegen den Krieg verlesen, berichteten Augenzeugen dem "San Francisco Chronicle".

In Mailand gingen nach Berichten des italienischen Fernsehens mehr als 100 000 Menschen auf die Straße. Die Gewerkschaften des Landes hatten für den Nachmittag zu einem zweistündigen Generalstreik aufgerufen. In der griechischen Hauptstadt Athen versammelten sich rund 30 000 Menschen vor der US-Botschaft. In anderen Städten des Landes protestierten 50 000 Schüler gegen die US-Militärschläge. In der zyprischen Hauptstadt Nikosia bewarfen Schüler das Gebäude der US-Vertretung mit Eiern und Tomaten. Mehr als 20 000 Friedensanhänger, vor allem Schüler und Studenten, demonstrierten in Paris. Für den Abend war noch eine größere Kundgebung vor der amerikanischen Botschaft geplant.

Auch in anderen französischen Städten wie Lyon und Nîmes gingen tausende auf die Straßen. In der Schweiz protestierten Tausende, vor allem Schüler, unter anderem in Bern und Genf. Auch in Wien gingen rund 3500 Schüler auf die Straße. Vor der US-Botschaft in Brüssel ging die belgische Polizei mit einem Wasserwerfer gegen die schätzungsweise 2000 bis 3000 demonstrierende Kriegsgegner vor. Zuvor war ein brennender Gegenstand auf die US-Flagge im Vorgarten der Vertretung geworfen worden, berichteten Beobachter. Auch Eier seien geflogen. Bei einer Demonstration mit rund 6000 Schülern in Luxemburg wurde ein Schüler leicht verletzt. Die Polizei sei eingeschritten, als der Jugendliche mit anderen eine Absperrung der US-Botschaft durchbrach, sagte ein Sprecher der Polizei. Einige Demonstranten hätten mit Flaschen, Steinen, Tomaten und Eiern auf das Gebäude der Botschaft geworfen.

Demonstrationen fanden in mehreren Städten in Ägypten statt. Bei einer Kundgebung in Kairo kam es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Dabei wurden nach Angaben des Innenministeriums etwa 30 Personen verletzt. Der Verkehr sei weitgehend lahm gelegt worden. "George Bush, Du Lügner, wir werden Dir zeigen, was Terrorismus ist", stand in englischer Sprache auf einem Transparent. In der Hauptstadt Marokkos, Rabat, löste die Polizei eine Anti-Kriegs-Kundgebung gewaltsam auf. Mehrere Demonstranten wurden verletzt. Im Gazastreifen verbrannten einige hundert Palästinenser eine US-Flagge und schwenkten Plakate mit dem Bild des irakischen Machthabers Saddam Hussein.

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