Archiv
Zum Wochenanfang landen beide Indizes im Minus

Es gibt Phasen, in denen der Markt nur gute Nachrichten sehen will. Es gibt Phasen, in denen man nur schlechte Nachrichten registriert. Und in genau dem Umfeld befinden wir uns dieser Tage an der Wall Street. Obwohl die Technologiewerte von zahlreichen Analysten zum Kauf empfohlen wurden, sinken die Meisten wie ein Stein ins Minus.

Selbst die Aktien von Micron Technology und National Semi konnten die zeitweise dicken Gewinne nicht halten. Micron wurde nicht nur von Lehman Brothers zum Kauf empfohlen, auch die Analysten von Merrill Lynch und ABN Amro äußerten sich positiv auf den DRAM Bereich. Und nicht nur die Chiphersteller konnten die Gewinne im Verlauf nicht halten. SAP wurde von Goldman mit einem Ziel von 350 Euro empfohlen, tendiert aber schwächer. Lycos wurde von Bear Stearns mit einem Ziel von 100 Dollar empfohlen, tendiert aber schwächer. Microsoft werde laut Goldman die Erwartungen einhalten, tendiert aber schwächer.



Überschattet wurde der Handelsverlauf nicht nur durch weiter steigende Ölpreise, auch die Tatsache, dass der Dow Jones den 200 Tagesdurchschnitt bei 10.875 Punkten nach unten durchbrochen hat, belastete die Wall Street. Der Markt schließt nicht nur nahe am Tagestief, sondern auch mit einem wirklich negativen Verhältnis von Gewinnern zu Verlierern. Die zahlreichen Rallyeversuche im Handelsverlauf wurden immer wieder durch institutionelle Verkäufe beantwortet. Mit der Ertragswarnungsphase auf Hochtouren scheint damit Optimismus vorerst ins Hintertreffen zu geraten. So warnte am frühen New Yorker Nachmittag Gillette vor unerwartet flauen Umsätzen. Diese werden lediglich auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Bei Goldman Sachs vermutet man wiederum, dass Black & Decker die Gewinnschätzungen des dritten und vierten Quartals nicht einhalten wird. Unter den High-Techs, die sich von dem schwachen Trend abheben konnten, gehörte unter anderem Hewlett-Packard. Der Vorstand von Hewlett-Packard, Carly Fiorina, soll auch einer Konferenz angedeutet haben, dass das Quartal nach Plan laufe.



Neues gibt es auch von der laufenden Fusion zwischen AOL und Time Warner. Die Nachrichtenagentur Dow Jones berichtete kurz vor 19 Uhr MEZ, dass die europäischen Wettbewerbsbehörden raten würden, die Fusion von America Online und Time Warner nicht zu genehmigen. Diese Entscheidung sei wohlgemerkt eine vorläufige Entscheidung, wollen Personen aus dem Kreis der Verhandlungen wissen. Sowohl AOL als auch Time Warner äußerten sich wenige Minuten später auf die Story. Laut AOL werde die Fusion wie geplant im Herbst vollzogen werden. Auch Time Warner geht weiterhin davon aus, dass die Fusion bis Jahresende vollzogen sein wird. Um die Wettbewerbshüter zu beschwichtigen, hatte sich Time Warmer bereit erklärt, einzelne Musikbereiche abzustoßen. Was den Vertrieb von Musik über das Internet betrifft, werde man AOL auch nach der Fusion nicht bevorzugen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%