Zum Wochenende durchweg im Minus
Europas Börsen weiten Verluste aus

Die europäischen Börsen haben am Freitag im späten Handelsverlauf ihre Verluste ausgeweitet und einheitlich im Minus geschlossen. Händler begründeten die Entwicklung mit gedämpften Hoffnungen auf deutliche Zinssenkungen in den USA sowie einem schwächeren Geschäftsausblick des US-Technologieunternehmen Oracle.

Reuters FRANKFURT. Der Softwarehersteller hatte am Donnerstag nach US-Börsenschluss angekündigt, dass die konjunkturelle Abkühlung die Umsatzentwicklung 2001 schwächen werde. Zudem belastete Börsianern zufolge der Verfallstermin für Futures und Optionen die Aktien.

Das Vertrauen der US-Verbraucher in die Wirtschaftsentwicklung des Landes war nach der jüngsten Studie der Universität Michigan im März auf 91,8 nach 90,6 im Vormonat gestiegen. "Die Tatsache, dass der Index des Verbraucher-Vertrauens gestiegen ist, stellt eine aggressive Zinssenkung durch die US-Notenbank Fed in Frage", sagte ein Analyst. Experten hatten bislang weitgehend mit einer Senkung der US-Schlüsselzinsen in der nächsten Woche um 0,50 %punkte gerechnet.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz notierte am frühen Abend 2,7 % im Minus bei 3 925 Zählern, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) 2,2 % auf 4 109 Zähler nachgab. Die US-Börsen notierten gegen 19.00 Uhr (MEZ) einheitlich mit Abschlägen. Der Standardwerteindex Dow-Jones verlor 0,8 % auf 9 951 Zähler, der technologielastige Nasdaq-Index büßte 1,8 % auf 1904 Punkte ein.

London - Technologie- und Telekomwerte belasten

Die Londoner Börse ging mit Verlusten ins Wochenende. Grund waren nach Händlerangaben Unsicherheiten hinsichtlich der US-Konjunkturentwicklung sowie Gewinnwarnungen großer Technolgoieunternehmen. Der FTSE 100-Index schloss 2,9 % schwächer bei 5 562 Zählern und damit auf dem niedrigsten Stand seit 27 Monaten. Die Telekomgesellschaft Vodafone verlor 3,9 % auf 20 Pence. Nach der Oracle-Mitteilung standen auch Software-Werte unter Druck, angeführt von der Sage Group, deren Aktien bei 260 Pence mit 13,8 % im Minus lagen.

Zürich - US-Vorgaben und Verfall belasten

Die Schweizer Börse hat ihre Verluste im späten Handelsverlauf ausgeweitet, was Händler mit dem dreifachen Verfallstag an der Eurex sowie erneut schwachen US-Vorgaben begründeten. Der SMI-Index schloss 2,3 % im Minus bei 7 112 Zählern. Die Aktien des Nahrungsmittelkonzerns Nestle gaben knapp zwei Prozent auf 3411 sfr ab. Zuvor war bekannt geworden, dass der bisherige Nestle-Finanzchef Mario Corti ein Jahr früher als erwartet zu SAir Group wechselt. SAir Group waren größter Gewinner und schlossen 7,7 % fester bei 193,25 sfr.

Pariser Aktienmarkt schwächer durch Technologiewerte

Die Pariser Börse schloss unter Führung von Technologietiteln in der Verlustzone, was Händler auf die schwachen Ausblicke von Oracle und Compaq Computer Corp. sowie den gestiegenden Index des US-Verbrauchervertrauens zurückführten. Der CAC 40 beendete die Sitzung mit einem Abschlag von 1,4 % bei 5 104 Zählern. Deutliche Abschläge verzeichneten Technologiewerte wie Cap Gemini , die um knapp neun Prozent auf 159,50 Euro fielen. Alcatel büßten rund sechs Prozent ein, STMicroelectronics gaben 1,4 % ab. France Telecom verloren 2,3 %.

Mailänder Börse schliesst mit Verlusten

Die italienischen Aktienwerte haben mit Verlusten geschlossen, insbesondere Medien- und Telekomwerte verbuchten Kurseinbußen. Der Blue-Chip-Index MIB 30 schloss 1,9 % niedriger bei 37 257 Punkten. Die Titel des Mischkonzerns Olivetti gaben 4,1 % nach, die Titel von Seat Pagine fielen um 3,3 %. Die Aktien der Bank Monte dei Paschi verbilligten sich um knapp drei Prozent.

Madrid - Ibex schließt schwächer

Die Börse in Madrid gab zum Wochenende unter der Führung von Technologietiteln deutlich nach. Der IBEX 35-Index schloss knapp zwei Prozent schwächer bei 9 290 Punkten. Telefonica, die zu rund einem Viertel im Index gewichtet ist, verloren 1,5 % auf 18,10 Euro. Die Aktien der Internettochter Terra Lycos gaben 2,8 % ab. Kursgewinne verzeichneten die Aktien von Energiefirmen. Sie würden von den Anlegern "als sicherer Hafen angelaufen", sagten Händler.

Amsterdam - Schwach nach Umsatzwarnung von ASML

Die niederländischen Aktienwerte schlossen dem europäischen Trend folgend ebenfalls deutlich schwächer. Der AEX-Index ging mit einem Minus von 2,8 % bei 553 Zählern aus dem Handel. Vor allem die Technologiewerte gerieten nach einer Umsatzwarnung des Chipproduzenten-Ausrüsters ASM Lithography unter Druck. ASML sackten um 12,2 % auf 23 Euro ab. Die Papiere des Indexschwergewichts Philips Electronics verloren 7 %. Die Titel der Datenkommunikationsfirma Versatel stürzten um 12,6 %.

Wien- Verbucht deutliche Verluste

Die österreichischen Aktienwerte haben im Sog schwacher US-Börsen ihre Verluste gegen Handelsende ausgeweitet. Der ATX-Index schloss 1,8 % schwächer bei 1 156 Zählern. VA Tech schlossen 2,4 % tiefer bei 34 Euro, Telekom Austria fielen um 3,6 %. Die Titel der Versicherungsgruppe Generali Holding gaben 6,2 % auf 211 Euro ab, die Aktien des Energieversorges Verbund büßten 2,6 % auf 122,70 Euro ein.

Brüssel - Schwindende Zinsfantasien belasten



Die belgische Börse beendete die Handelswoche mit Verlusten, was Börsianer auf gedämpfte Hoffnungen auf deutliche Zinssenkungen zurückführten. Der Bel 20-Index schloss 2,5 % im Minus bei 2748 Zählern. Der Index wurde von neuerlichen Verlusten bei Schwergewicht Fortis belastet. Die Titel der Finanzgruppe gaben knapp vier Prozent auf 26,71 Euro ab. Die Aktien der Bank KBC fielen um drei Prozent, Dexia gaben um rund ein Prozent nach. Zudem habe der Verfallstermin für Futures insbesondere weniger liquide Aktienwerte belastet, sagten Händler. Die Titel des Autoimporteurs D'Ieteren etwa verbilligten sich um 3,3 %.

Stockholmer Börse deutlich schwächer

Die Stockholmer Aktienwerte schlossen am Freitag mit deutlichen Kursverlusten. Der OMX-Index fiel um 3,1 % auf 868 Zähler. Die Aktien des Mobilfunkunternehmens Ericsson verbuchten wieder deutliche Verluste mit einem Abschlag von 7,3 % auf 57 schwedische Kronen. Die Titel von Wettbewerber Nokia fielen um 1,5 %.

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