Zumwinkel rechnet nur mit kurzfristigem Druck auf die Aktie
Eichel darf Post-Bundesanteile bald verkaufen

Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) darf die beim Bund verbliebenen Anteile an der Deutschen Post World Net AG bald komplett verkaufen. Sein Ressort wird am Mittwoch dem Kabinett eine entsprechende Vorlage unterbreiten, sagte Eichels Sprecherin Maria Heider am Sonntag.

ddp-vwd BERLIN. Die Sprecherin bestätigte damit einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Wie bald der Verkauf erfolgen werde, sei derzeit aber noch offen. Natürlich wolle man die Anteile "marktgerecht veräußern", betonte die Sprecherin mit Blick auf die derzeitige Lage an der Börse. "Das muss man sehen."

Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel sieht den sich abzeichnende Verkauf nicht ganz gelassen. Es sei schon länger bekannt, dass sich der Bund von weiteren Post-Aktien trennen wolle, sagte Zumwinkel im Gespräch mit der Zeitung "Euro am Sonntag". Es könne sein, dass die "Aktie Gelb" an dem Tag unter weiteren Druck gerät, wenn Details zur zweiten Tranche bekannt gegeben werden. Fundamental habe das aber keine Auswirkungen auf die Kursentwicklung.

Wegen einer Bestimmung im so genannten Postumwandlungsgesetz musste der Bund bisher mindestens 50 Prozent plus eine Aktie an dem früheren Staatsunternehmen halten. Diese Auflage sollte gewährleisten, dass der Bund als Mehrheitsaktionär eine flächendeckende Versorgung mit Postdienstleistungen auch in kleinen Kommunen garantiert. Mittlerweile ist die Deutsche Post durch eine spezielle Verordnung auf dieses Ziel verpflichtet worden. "Da somit in Zukunft zwingende Gründe für eine Kapitalmehrheit des Bundes an der Deutschen Post AG nicht mehr bestehen, soll dem Bund die Möglichkeit eröffnet werden, die Deutsche Post AG vollständig zu privatisieren", heißt es in der Vorlage des Finanzministeriums für das Bundeskabinett. Der Bund hält gegenwärtig noch 69 Prozent an der Deutschen Post.

Zumwinkel zeigte sich unzufrieden über die aktuelle Notierung der Post-Aktie und ihre Kursverluste. Sie habe stark unter der schlechten Börsenstimmung gelitten. Objektive Gründe für diese Kursverluste bestünden, auch nach Meinung einer wachsenden Zahl von Analysten, nicht. Für Portosenkungen sehe er keinen Spielraum, betonte der Postchef. In den vergangenen zehn Jahren sei das Porto nur ein einziges Mal erhöht worden. Bezogen auf die Teuerungsrate, seien die Preise in diesem Zeitraum real gesunken.

Die Post bleibe ungeachtet der konjunkturellen Abkühlung bei ihrer Prognose, dass "wir das Rekordergebnis des Vorjahres übertreffen werden", sagte Zumwinkel mit Blick auf die Veröffentlichung der Halbjahreszahlen in knapp einem Monat. "Das haben wir im ersten Quartal geschafft, und das werden wir auch im Rest des Jahres schaffen." Er gehe davon aus, dass die Post "auch in Zukunft kräftig wachsen" werde.

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