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Zumwinkel vom Erfolg des Börsengangs überzeugt

"Wir rechnen mit einer mehrfachen Überzeichnung der Emission", sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post AG letzten Montag in Frankfurt. Von einem "abflauenden Interesse" könne keine Rede sein.

Reuters FRANKFURT. Post-Chef Klaus Zumwinkel ist fest von einem Erfolg des im November geplanten Börsengangs seines Konzerns überzeugt. "Wir rechnen mit einer mehrfachen Überzeichnung der Emission", sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post AG am vergangenen Montag in Frankfurt. Von einem "abflauenden Interesse" an den Aktien des Konzerns könne keinesfalls die Rede sein. Auch der für Privatisierungen zuständige Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Manfred Overhaus, zeigte sich für den Erfolg des Post-Börsengangs zuversichtlich und kündigte zugleich an, dass die "Aktie Gelb" im März in den Deutschen Aktienindex (Dax) aufgenommen wird. Overhaus zufolge will der Bund die Einnahmen aus dem Börsengang zur Finanzierung von Beamten-Pensionen verwenden.

Die Post hatte am Wochenende mitgeteilt, dass ihre Aktie ab Montag zum Preis von 18 bis 23 Euro zum Zeichnen angeboten werde. Der Bund will 25 % der 1,11 Mrd. Post-Aktien aus dem Bestand der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) am Markt verkaufen, was 278,2 Mill. Papieren entspricht, zu denen noch eine Mehrzuteilungsreserve ("Greenshoe") von bis zu 41,73 Mill. Stücken hinzu kommen könnte. Einschließlich des Greenshoes kann Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) mit einem Emissionserlös von 5,8 bis 7,4 Mrd. Euro rechnen. Frühzeichner sollen einen Rabatt von 0,50 Euro auf den Ausgabepreis der "Aktie Gelb" sowie eine Bonusaktie für je 15 georderte Papiere erhalten. Am 20. November soll die Post-Aktie in Handel an allen deutschen Börsen gehen und Privatanlegern in weiteren sechs europäischen Ländern angeboten werden. Darüber hinaus ist eine Privatplatzierung in den USA und ein öffentliches Angebot in Japan geplant.

300 Mill. Euro für das Jahr 2000

Zumwinkel kündigte am Montag an, dass die Käufer der "Aktie Gelb" von vorneherein am unternehmerischen Erfolg der Firma teilhaben sollen. "Vorbehaltlich der Gremiumsbeschlüsse beabsichtigen wir eine Dividende von etwa 300 Mill. Euro für das Jahr 2000 zu zahlen", sagte er. Rein rechnerisch entspricht dies rund 27 Cents je Aktie. Ab 2001 sei geplant, eine Dividende von 25 bis 30 % des Jahresüberschusses zu zahlen. Den voraussichtlichen Überschuss für dieses Jahr wollte der Konzern-Chef nicht konkret nennen. Finanzvorstand Edgar Ernst deutete jedoch an, dass die Analysten-Prognosen von 1,5 Mrd. Euro realistisch seien. In den ersten sechs Monaten 2000 hatte die Post ihren Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 1,14 Mrd. Euro mehr als verdoppelt.

Fünf Millionen Deutsche haben Interesse an der Post-Aktie

Die Preis-Spanne, zu der die "Aktie Gelb" nun zum Zeichnen angeboten wird, sei mit der "Spreizung" anderer Börsengänge zu vergleichen, fügte Zumwinkel hinzu. Für den Kauf der "Aktie Gelb" sprächen einige "schlagkräftige Argumente" wie die globale Positionierung der Post und die Wachstumsperspektiven der Logistik-Branche, fügte der Vorstandschef hinzu. Auch verfüge der Konzern über einen starken Cash-Flow, aus dem weitere Firmenübernahmen finanziert werden könnten. Aus der "guten alten Post" sei ein modernes Dienstleistungsunternehmen entstanden, unterstrich Zumwinkel. Mit Blick auf die zu erwartende Nachfrage nach den Post-Aktien sagte Finanzchef Ernst, dass Umfragen zufolge 8 % der erwachsenen Deutschen ein Interesse an der Post-Aktie hätten, was knapp fünf Millionen Menschen entspreche. Den von Analysten prognostizierten Ausgabepreise von rund 20 Euro für die "Aktie Gelb" wollte Ernst nicht kommentieren.

"Optimaler Verkaufspreis" für gesamte Post-Privatisierung

Finanz-Staatsekretär Overhaus sagte mit Blick auf den vom Markt erwarteten Ausgabepreis, dass es bei der Privatisierung der ersten Tranche weniger darum gehe, die Aktien "für den tollsten Preis zu verkaufen", sondern dass zunächst der erste Schritt der Privatisierung gemacht werden müsse. Für den Bund komme es darauf an, einen "optimalen Verkaufspreis" für den gesamten Zeitraum der Privatisierung zu erzielen. Overhaus bezeichnete die Post-Emission als "besonders attraktives Angebot" insbesondere für Kleinanleger, das die Entwicklung der Aktienkultur in Deutschland und Europa weiter vorantreiben werde.

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