Zunächst möglicherweise nur Bau von Dieselmotoren
Konzernlücke bei Nutzfahrzeugen soll geschlossen werden

Der südkoreanische Autohersteller Hyundai Motor will am Donnerstag Details zu den Plänen für eine Nutzfahrzeug-Allianz mit dem Autokonzern Daimler-Chrysler bekannt geben.

Reuters SEOUL. Hyundai werde um 03.30 Uhr MESZ über Einzelheiten des geplanten Gemeinschaftsunternehmens berichten, sagte eine Sprecherin am Mittwoch in Seoul, ohne weitere Details zu nennen. Nach einem Zeitungsbericht soll sich das Joint Venture anfänglich auf den Bau von Dieselmotoren beschränken. Ursprünglich hatten Hyundai und Daimler-Chrysler auch eine gemeinsame Fahrzeugproduktion geplant. Daimler kann aber inzwischen auch mit Mitsubishi im Bereich Nutzfahrzeuge zusammenarbeiten.

Ein Daimler-Chrysler-Sprecher lehnte einen Kommentar zu den Inhalten der Allianz ab. Er bekräftigte aber frühere Aussagen von Daimler-Nutzfahrzeugchef Eckhard Cordes, wonach bald mit konkreten Ergebnissen aufgewartet werden könne. Nach früheren Angaben von Hyundai sollte die seit Monaten verhandelte Allianz bis Ende Juni in trockenen Tüchern sein. Dabei sollten beide Partner jeweils zur Hälfte an dem zukünftigen Joint Venture beteiligt sein. Der größte südkoreanische Autohersteller wollte zudem ursprünglich seine komplette Nutzfahrzeugsparte einschließlich des Vertriebs und eines modernen Werks einbringen.



Die Wirtschaftszeitung "Korea Economic Daily" berichtete am Mittwoch, das geplante Joint Venture werde mit einem Kapital von 100 Mrd. Won (rund 175 Mill. DM) ausgestattet werden und sich zu Beginn auf die Produktion von Dieselmotoren von Daimler-Chrysler beschränken. Der Verkauf der Motoren solle im Juli 2004 starten. Später solle die Kooperation auf die komplette Nutzfahrzeugsparte von Hyundai ausgedehnt werden, berichtete das Blatt. Dabei werde eine Produktionsverdoppelung im zu Hyundai gehörenden Chunju-Werk auf 200 000 Fahrzeuge oder 30 % des asiatischen Marktes angestrebt.



Vor zwei Monaten waren Gerüchte aufgekommen, die Gespräche mit Hyundai verzögerten sich, weil Daimler-Chrysler mittlerweile auch Zugriff auf die Nutzfahrzeugsparte des japanischen Partners Mitsubishi erhalten habe. Für einige Analysten dient das nun offenbar nur auf den Motorenbereich beschränkte Joint Venture mit Hyundai denn auch als Maßnahme von Daimler, um sein Gesicht zu wahren. "Ich glaube nicht, dass die Lkw-Kooperation mit Hyundai für Daimler-Chrysler Priorität hat, nachdem sie nun ein Nutzfahrzeug-Joint Venture mit Mitsubishi in Angriff nehmen können", sagte Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler.



Der Stuttgarter Autohersteller hat sich zum Ziel gesetzt, die im asiatischen Raum noch vorhandene Lücke des Konzerns bei Nutzfahrzeugen zu schließen. Dazu hatte sich der Konzern im Vorjahr mit 10,4 % an Hyundai beteiligt und besitzt zudem eine Option, weitere fünf Prozent der Aktien zu erwerben. Im April hatte der Konzern jedoch auch den ersehnten Mitsubishi-Anteil des Konkurrenten Volvo erworben. Durch den damit verbundenen Zugriff auf die Nutzfahrzeugsparte der Japaner eröffneten sich dem Konzern somit zusätzliche Möglichkeiten.

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