Zunächst nur als Bausatz
Golf wird wieder in Sarajewo montiert

Rund sieben Jahre nach Ende des Krieges in Bosnien fertigt Volkswagen den Golf wieder in Sarajevo.

dpa SARAJEWO. Am Dienstag übergab VW-Vorstandsmitglied Lothar Sander das erste in Bosnien gefertigte Modell an ein Ehepaar.

Zunächst sei die Kapazität auf rund 1000 Modelle pro Jahr ausgelegt. Ziel sei es, den VW-Marktanteil von derzeit 18 Prozent in Bosnien auszubauen.

Die Fahrzeuge kommen als weitgehend vormontierter Bausatz aus Wolfsburg und werden in Sarajevo in knapp zwei Stunden zusammengesetzt. Auf diesem Wege spart VW Einfuhrzölle und Steuern.

VW hatte als erster Autokonzern nach dem Krieg 1998 sein ehemaliges Werk für die Montage von Skoda-Modellen in Sarajevo wieder in Betrieb genommen. Mittelfristig wolle VW an dem Standort Fahrzeuge wieder komplett fertigen. Für eine Komplettproduktion müssten Exporte in angrenzende Länder wie Kroatien oder Jugoslawien aber vom Zoll freigestellt werden. "Bisher haben wir diesen einheitlichen Markt nicht", sagte Sander. Nur so sei die kritische Masse von 20 000 und mehr Fahrzeugen erreichbar.

Für eine Ausweitung der Fertigungstiefe wären Investitionen in einer Größenordnung von rund 25 Millionen Euro notwendig. Gleichzeitig werde in Sarajevo auch die Teilefertigung für den VW - Konzern ausgebaut, sagte Sander. Künftig sollen dort Saugrohre für die Dieselmotoren gefertigt werden. Dadurch würden zu den derzeit 80 Beschäftigten weitere bis zu 40 neue Arbeitsplätze entstehen. Vor dem Krieg hatten in dem Werk rund 3500 Menschen gearbeitet.

Steuervorteile für die in Bosnien montierten Golf-Modelle werden nach Sanders Worten direkt an die Kunden weiter gegeben, wodurch diese Modelle billiger würden. Die Produktion hingegen sei für den Konzern nicht günstiger als etwa in Wolfsburg.

1998 war VW mit ehrgeizigen Plänen in Sarajevo wieder an den Start gegangen. Der damalige Vorstandsvorsitzende Ferdinand Piech hatte damals angekündigt, schon vom Jahr 2000 an bis zu 35 000 Autos vom Band laufen zu lassen. Damals hatte es deutliche Anzeichen für eine große Freihandelszone gegeben. Diese Hoffnungen erfüllten sich bislang allerdings nicht, so dass derzeit rund 3000 Skoda-Modelle für den bosnischen Markt zusammengesetzt werden.

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