Zunächst wurden rund 15 000 Anrufe von Angehörigen registriert
100 Deutsche bei Anschlägen in USA getötet

"Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind 100 Deutsche bei dem Terroranschlag auf das World Trade Center ums Leben gekommen," teilte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Andreas Michaelis, am Dienstag in Berlin mit.

afp/dpa BERLIN. Die Nachforschungen des Auswärtigen Amtes würden sich "zu trauriger Gewissheit" verdichten. Es werde sicher Wochen dauern, bis die amerikanischen Behörden die Identifizierung der Opfer abgeschlossen hätten, erklärte der Sprecher weiter. Mehrere Firmen hatten in den vergangenen Tagen bereits bestätigt, dass ihre Mitarbeiter unter den Opfern gewesen seien. So hatte die Willstätter Firma BCT AG-Technology mitgeteilt, ihr Vorstandsvorsitzender und zwei seiner leitenden Mitarbeiter zählten zu den Opfern.

Das Auswärtige Amt arbeitet nach eigenen Angaben nun an einer Liste mit der Herkunft der Opfer nach Bundesländern. Bisher hatte das Ministerium immer nur Zahlen von einer vorläufigen Opferliste veröffentlicht. Vergangenen Freitag waren demnach noch etwa 600 Deutsche vermisst gemeldet, am Wochenende noch 270, am Montagabend noch etwa 180 Deutsche. Das Ministerium hatte ursprünglich rund 15  000 Anrufe von besorgten Angehörigen registriert.

Das Auswärtige Amt hatte bereits am Montag Angehörige um Mithilfe bei der Identifizierung gebeten. Wer nach New York kommen wolle, solle persönliche Gegenstände des Vermissten mitbringen, damit DNA- Proben genommen werden können. Dies sei beispielweise bei Kämmen, Zahnbürsten und getragener Wäsche möglich.

Der deutsche Krisenstab in New York traf inzwischen alle Vorbereitungen für die Betreuung von Angehörigen mutmaßlicher Opfer. Außerdem wurden Listen mit deutschsprachigen Ärzten sowie von Bestattungsunternehmen zusammengestellt, die den Rücktransport von Leichen oder Leichenteilen nach Deutschland organisieren können.

Ein Kriseninterventionsteam des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) aus München begann am Dienstag mit der psychologischen Betreuung der deutschen Überlebenden und der Angehörigen von Opfern. Vier Mitarbeiter flogen dazu nach New York, teilte der ASB mit.

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