Zunehmend schwerer, Kunden zu finden
Debitel hat 250.000 Kunden verloren

Das Kappen der Anschlüsse von monatelang inaktiven Mobilfunk-Kunden hat den netzunabhängigen Stuttgarter Telekommunikationsdienstleister debitel im ersten Quartal 250.000 Kunden gekostet und zu einem Umsatzminus in Deutschland von zehn Prozent geführt.

Reuters STUTTGART. Die Teilnehmerzahl sei in den drei Monaten bis Ende März auf 9,75 von zehn Millionen gesunken, teilte Debitel am Freitag zur Hauptversammlung in Stuttgart mit. Der Quartalsüberschuss ging gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum auf fünf (14) Mill. ? zurück, das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) schmolz um 61 Prozent auf neun (23) Mill. ? zusammen. Im Ausland gingen zwar die Kundenzahlen ebenfalls leicht zurück, der Umsatz von Debitel stieg jedoch deutlich, so dass das mehrheitlich zur Swisscom gehörende Unternehmen den weltweiten Umsatz leicht auf 620 (615) Mill. ? ausbaute.

Die deutschen Mobilfunkanbieter streichen Kunden, die ihre Handys 15 Monate lang nicht benutzt haben. Zuletzt waren Zweifel laut geworden, ob dies alle Unternehmen konsequent getan hätten. Debitel-Chef Peter Wagner sagte, es werde hier zu Lande zunehmend schwerer, Kunden zu gewinnen, da der Markt zu 69 Prozent besetzt sei. Für Kundenbindungsmaßnahmen habe Debitel im ersten Quartal doppelt so viel ausgegeben wie ein Jahr zuvor. Das Umsatzminus von acht Prozent auf 408 (443) Mill. ? auf dem deutschen Mobilfunkmarkt erklärte Debitel mit gesenkten Tarifen. Das Ebit im inländischen Handy-Bereich ging auf sechs (22) Mill. ? zurück. "Der Mobilfunkmarkt bringt für die kommenden Monate und Jahre große Herausforderungen mit sich", erklärte Wagner in dem am Freitag vorgelegten Quartalsbericht.

Im Auslandsgeschäft habe Debitel erstmals ein positives Ebit von einer Million ? erzielt, hieß es weiter. Zwar ging auch dort der Kundenbestand auf 2,32 (2,35) Mill. ? zurück, der Umsatz kletterte aber um 30 Prozent auf 210 Mill. ?.

Der operative Gewinn (Ebitda) der schweizerischen Swisscom, die 94 Prozent an Debitel hält, ging im ersten Quartal auf 1,17 (1,21) Mrd. Schweizer Franken zurück. Der Konzernumsatz stagnierte bei 3,52 (3,51) Milliarden Franken.

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