Zunehmende Berichte über Geldnot der Bundeswehr wirkt belastend: Zahl der Soldaten-Beschwerden auf Höchststand

Zunehmende Berichte über Geldnot der Bundeswehr wirkt belastend
Zahl der Soldaten-Beschwerden auf Höchststand

Die Zahl der Beschwerden von Bundeswehrsoldaten hat im vergangenen Jahr einen Rekordstand erreicht. Insgesamt habe es 6436 Eingaben gegeben sagte der Wehrbeauftragte des Bundestages, Willfried Penner, der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

HB/dpa BERLIN. Das sei sei etwa ein Drittel mehr als noch 2001. "Gemessen an der durchschnittlichen Truppenstärke jedes Jahres ist es die höchste Zahl an Eingaben, die den Wehrbeauftragten je erreicht hat", sagte Penner.

Deutlich mehr Beschwerden habe es beim Personal und bei Auslandseinsätzen gegeben. Allein 450 Eingaben hätten sich auf die Gewährung und die Höhe des Auslands-Verwendungszuschlags bezogen. Belastend wirkten auch die zunehmenden Berichte über Geldnot der Bundeswehr. "Soldaten befürchten, dadurch in die Nähe von Söldnern gerückt zu werden", sagte Penner.

Beim Einsatz der deutschen Soldaten der Afghanistan-Schutztruppe in Kabul hätten anfangs ausreichend gepanzerte Fahrzeuge gefehlt, sagte Penner. Außerdem habe es Befürchtungen der Bundeswehrsoldaten gegeben, mit russischen Soldaten verwechselt zu werden. Beide Mängel wurden laut Penner aber sofort behoben. Angesichts der zehnjährigen Besatzung Afghanistans durch die Sowjetarmee gibt es in dem Land immer noch Ressentiments gegen Russen. Beim Anti-Terror-Einsatz am Horn von Afrika beklagten die Soldaten häufig die mangelnde Klimatisierung auf den Schiffen.

Der Bundeswehr stehen nach Informationen der Tageszeitung "Die Welt" einschneidende Strukturreformen bevor. Wie die Zeitung am Samstag unter Berufung auf die Bundeswehr berichtet, werde erwogen, Kampfverbände aufzulösen, Divisionen und Flieger-Geschwader zusammenzulegen und Schnellboote stillzulegen.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin bezeichnete den Bericht als "reine Spekulation". Er verwies darauf, dass die von Minister Peter Struck (SPD) angekündigten neuen verteidigungspolitischen Richtlinien im Frühjahr vorgelegt werden sollen. Erst danach werde über Strukturen nachgedacht.

Nach Informationen der "Welt" soll es im Heer nur noch zwei Divisionen geben. Hinzu kämen die beiden Divisionen "Spezielle Operationen" und "Luftbewegliche Operationen", die besonders stark auf Auslandseinsätze ausgerichtet sind. Die Zahl der Kampfbrigaden des Heeres soll von zehn auf sechs reduziert werden. Geplant sei auch, das Tornado-Geschwader der Marine mit einem Geschwader der Luftwaffe zusammenzulegen. Der neuen Struktur könnten über 30 Standorte zum Opfer fallen.

Struck hatte im Dezember eine grundlegende Neuausrichtung des Auftrags der Bundeswehr angekündigt. Angesichts der Bedrohungen durch den internationalen Terrorismus soll die Landesverteidigung nicht mehr als oberste Aufgabe der Bundeswehr gelten.

dpa dh yydd ot

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