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Zunehmende Gewalt in Afghanistan

Vier Tage nach dem Anschlag auf den afghanischen Präsidenten Hamid Karsai ist am Montag ein Attentat auf seinen Stellvertreter Nematullah Shahrani verübt worden.

dpa KABUL. Vier Tage nach dem Anschlag auf den afghanischen Präsidenten Hamid Karsai ist am Montag ein Attentat auf seinen Stellvertreter Nematullah Shahrani verübt worden.

Shahrani und der Minister für öffentliche Arbeit, Gul Agha Shirsai, seien bei einer Bombenexplosion in der Provinz Kundus unverletzt geblieben, sagte Provinzgouverneur Mohamad Omar. Er vermutete die Taliban als Täter. Bundeswehr-Sprecher Thomas Scheibe sagte in Kundus, Militärpolizei und Sprengstoffspezialisten seien sofort an den Ort des Anschlags rund 30 Kilometer östlich der Stadt Kundus geschickt worden.

Ein Fahrer des Konvois wurde den Angaben zufolge verletzt. Deutsche seien bei dem Anschlag nicht zu Schaden gekommen, sagte Scheibe. Vermutlich habe es sich um eine selbst gebastelte Bombe gehandelt. Der Gouverneur der nordostafghanischen Provinz sagte, der Sprengsatz sei ferngezündet worden. zehn bis 15 Menschen seien festgenommen worden. Die Taliban haben eine Verschärfung ihres Terrors vor der ersten freien Präsidentenwahl in Afghanistan am 9. Oktober angekündigt. Auf Karsais Hubschrauber hatten Taliban erst am Donnerstag eine Rakete abgefeuert, die ihr Ziel aber verfehlte.

Amerikanische und afghanische Truppen wurden am Montag in mindestens vier afghanischen Provinzen von Taliban angegriffen. Bei den Kämpfen seien zwei US-Soldaten getötet und ein afghanischer Soldat verletzt worden, teilten die US-Streitkräfte in Kabul mit. Zu den Angriffen sei es in Paktia und Paktika im Südosten sowie in Urusgan und Sabul im Süden des Landes gekommen.

Die Taliban drohten unterdessen Mitarbeitern einer britischen Hilfsorganisation mit dem Tod. Taliban-Sprecher Mufti Abdul Latif Hakimi sagte, bei einem Überfall auf ein Afghan-Aid-Büro in der Provinz Nuristan hätten die Rebellen "christliche Bücher" gefunden. "Jetzt steht Afghan-Aid auf unserer schwarzen Liste. Wir werden alle afghanischen und internationalen Mitarbeiter töten." Die Taliban haben in den vergangenen Monaten immer wieder Helfer ermordet.

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