Zunehmender Preisdruck
Zulieferer klagen über harte Zeiten

Die deutsche Zulieferindustrie gerät nach eigenen Angaben zunehmend unter Preisdruck. Die Großindustrie fordere angesichts der noch immer labilen Konjunktur zum Teil zweistellige Preisnachlässe.

dpa HANNOVER. "Die aktuelle Lage ist nicht überschwänglich", sagte Klaus Urbat, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie, am Mittwoch auf der Hannover Messe. Auf Grund wachsenden Preisdrucks, hohen Finanzierungsbedarfs und ausbleibender Zuwächse geraten immer mehr Zulieferer in Konkursgefahr, sagte Theodor L. Tutmann vom Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung.

Für 2001 könne die Zulieferindustrie mit einem Produktionszuwachs von vier Prozent zufrieden sein, sagte Urbat. Der Umsatz habe sich in einer ähnlichen Größenordnung auf 120 Milliarden Euro erhöht. Allerdings sei die Produktion der Zulieferer erstmals nicht stärker als die ihrer Industriekunden gewachsen. Im Jahr 2000 habe das Wachstum noch elf Prozent bei den Zulieferern gegenüber acht Prozent bei den Kunden gelegen.

Das erste Quartal 2002 sei gerade für die Automobilindustrie ein katastrophales Quartal gewesen, sagte Urbat. Dies habe auch Auswirkungen auf die Zulieferer dieser Branche. Auch andere Abnehmer-Branchen wie Maschinenbau hätten ebenfalls einen nur verhaltenen Start verzeichnet.

Als Konsequenz der Konjunkturprobleme bekommen die Zulieferer zunehmenden Preisdruck seitens der Großindustrie. Die Forderungen nach Preisnachlässen reichten von 5 bis 15 Prozent, sagte Urbat. Es gebe außerdem wachsende Finanzprobleme für Vorleistungen, fügte Tutmann hinzu. Hier müsse es darum gehen, neue Finanzierungsmodelle zu finden.

Bei den vor wenigen Jahren noch als künftig wichtiger Vertriebsweg angesehen Internet-Marktplätzen ist aus Sicht der Zulieferer inzwischen Ernüchterung eingekehrt. Die hohen Erwartungen hätten sich nicht erfüllt, sagte Tutmann. Vor allem gebe es noch zahlreiche Defizite bei Internet-Auktionen, mit denen sich sicherlich Kosten einsparen ließen. Allerdings fehle es noch an der Verlässlichkeit und transparenten Bedingungen.

"Es kann nicht sein, dass die Einsparungen nur einseitig von Seiten der Abnehmer eingestrichen werden", sagte Tutmann. Auch der in der jüngsten Vergangenheit vielfach propagierte Wandel der Zulieferer vom reinen Teilehersteller zum Systemlieferanten habe sich nicht als Allheilmittel erwiesen. "Wir haben das immer kritisch gesehen. Inzwischen zeigt sich: Auch der Teilezulieferer hat weiterhin seine Zukunft", sagte Urbat.

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