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Zurich schockt mit Gewinnwarnung

Der Versicherungskonzern rechnet mit deutlichen Verlusten und begründet dies unter anderem mit den Auswirkungen des 11. September. Die Aktie brach ein.

rtr ZÜRICH. Der Versicherungskonzern Zurich Financial Services hat am letzten Handelstag vor Weihnachten den Markt zum vierten Mal in diesem Jahr mit einer Gewinnwarnung überrascht. Zurich kündigte am Freitag an, dass im Jahr 2001 auf IAS-Basis mit einem Verlust von 200 bis 400 Mill. Dollar zu rechnen sei - nach einem Gewinn von 2328 Mill. Dollar im Vorjahr. Die Prognose für den von Zurich als massgeblich erachteten normalisierten Gewinn reduzierte das Unternehmen auf 700 und 900 (Vorjahr 2096) Mill. Dollar. Der Markt reagierten enttäuscht auf die erneute Gewinnwarnung; die Zurich-Aktien brachen zeitweise zehn Prozent ein und notierte gegen 10.45 Uhr noch um 5,4 % tiefer bei 391,50 sfr.

Zurich hatte nach mehreren Gewinnwarnungen im Hinblick auf den Abschluss 2000 zuletzt Anfang Oktober bekannt gegeben, dass der zuvor für 2001 prognostizierte normalisierte Gewinn von 1,8 bis zwei Mrd. Dollar nicht zu erreichen sei. Eine neue Schätzung wurde damals nicht genannt.

Zurich machte die Auswirkungen der Anschläge vom 11. September in den USA, Wertberichtigungen auf Finanzanlagen, geringere Anlageerträge, eine unerwartet hohe Nichtleben-Schadenquote und den Verlust aus nicht mehr weitergeführten Geschäftsbereichen für die Entwicklung verantwortlich. In der Gewinnschätzung 2001 wurden die direkten Versicherungsverluste aus den Anschlägen in den USA mit 900 Mill. Dollar vor Steuern beziehungsweise 760 Mill. Dollar nach Steuern berücksichtigt. Weiter resultierten aus diesem Ereignis geringere Erträge im Leben- und Vermögensverwaltungsgeschäft sowie geringere Zinserträge im Umfang von 200 bis 270 Mill. Dollar nach Steuern, hiess es.

Weiteren Angaben zufolge rechnet Zurich unter Vorbehalt ausserordentlicher Ereignisse ab dem Jahr 2002 wieder mit einem Gewinnwachstum von zehn bis 15 %. Dieses Wachstum basiere auf dem vor dem 11. September für 2001 geschätzten Gewinn von 1,8 bis zwei Mrd. Dollar, hiess es.

Ein Sprecher von Zurich sagte auf Anfrage, dass im kommenden Jahr die Einmaleffekte, die das Ergebnis 2001 belasteten, wegfallen würden. Verluste bei der im September an die Deutsche Bank veräusserten US-Vermögensverwaltungstochter Scudder Investments und der Ende November an die Börse gebrachten Rückversicherungstochter Converium würden das Ergebnis 2001 mit 2001 Mill. sfr belasten.

Zurich-Konzernchef Rolf Hüppi steht bei Analysten und Investoren wegen der Gewinnwarnungen, der raschen Expansion des Konzerns sowie seiner Doppelfunktion als Konzernchef und Verwaltungsratspräsident unter Beschuss. Die Zurich-Aktien haben in diesem Jahr bereits knapp 60 % an Wert verloren.

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