"Zurück nach Gaya" heißt der digitale Spielfilm
Deutsche Filmemacher wollen "Shrek" die Stirn bieten

Ob Dinosaurier, gigantische Flutwellen oder Spielzeughelden: Die digitale Revolution hat im Kino längst Einzug gehalten. Eine Produktionsfirma aus Hannover will nun auch den ersten deutschen, vollständig am Computer produzierten digitalen Spielfilm realisieren: Das 85-minütige Fantasy-Abenteuer "Zurück nach Gaya".

Reuters BERLIN. Seit dem ersten digitalen US-Animationsfilm "Toy Story" von 1995 hat es bereits sechs vollständig am Computer hergestellte Filme gegeben. Federführend waren dabei bislang stets amerikanische Produzenten. Jüngstes Beispiel ist der sympathische Anti-Held "Shrek". Der Film hat seit seinem Kinostart in Deutschland Anfang Juli nach Angaben der Produktionsfirma Dreamworks in nur einem Monat rund 2,8 Mill. Zuschauer in die Kinos gelockt.

Mit der Produktion von "Zurück nach Gaya" will die Ambient Entertainment GmbH & Co. KG aus Hannover nach eigenen Angaben ab Oktober beginnen. Der "deutsche Shrek" soll bis Ende 2003 fertig sein. "Das könnte ein entscheidender Schritt für den Filmstandort Deutschland sein", sagte ein Sprecher der Media Nord der Nachrichtenagentur Reuters. Die Media Nord, die Niedersachsen und Bremen gehört, will das Projekt zu gleichen Teilen mit dem Wirtschaftsministerium Niedersachsen fördern. Die Gesamtkosten der Produktion sollen im zweistelligen Millionenbetrag liegen. Genaue Angaben wollten die Beteiligten am Donnerstag noch nicht machen.

"Zurück nach Gaya" werde ein Abenteur für die ganze Familie, sagt Regisseur Lenard Krawinkel. Boo und Sinu, die beiden Helden der Geschichte, sind kleine behaarte Tierchen mit großen Augen. Sie leben in "Gaya", dem virtuellen Paradies einer Zeichentrickserie im Fernsehen. Ein Zauberstein sorgt für das Gleichgewicht in dieser idealen Welt. Alles ist klar und einfach. Es gibt die Guten und die Bösen. Doch dann wird der Zauberstein von einem verrückten Professor gestohlen und in die wirkliche Welt entführt. Auch Boo und Sinu müssen nun in die Welt der Menschen, um den Stein zurück zu holen.

"Die Leute werden die beiden lieben", sagt Krawinkel. "In der Welt der Menschen ist plötzlich gar nichts mehr ideal und einfach. Sie müssen eine Menge lernen. Aber natürlich wird am Ende alles gut."

"Mich als Regisseur fasziniert besonders die Möglichkeit mit Hilfe einer neuen Technik den Amerikanern die Stirn zu bieten", sagt Krawinkel. "Als europäische Filmemacher verfügen wir nicht über amerikanische Budgets und ihre Stars, aber wir werden dank der neuen Technik in Zukunft mit einem Bruchteil der Produktionskosten zu einem ähnlichen visuellen Ergebnis kommen."

Noch ist die digitale Filmtechnik in der Anschaffung sehr teuer. Ausbildungsgänge für den Animationsfilm, wie etwa an der Filmhochschule Ludwigsburg sind die Ausnahme. Die digitale Produktion und die Vermarktung von Filmen verspricht jedoch ein erhebliches Einsparpotenzial an Zeit, Material, Kopier- und Vertriebskosten. Anders als beim chemischen Film kann bei digitaler Produktion sofort nach dem Drehen geschnitten und nachbearbeitet werden. Beim Kopieren entsteht kein Qualitätsverlust. Auch der Vertrieb kann direkt über das Internet geschehen.

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