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Zurück von den Halbtoten

Einst zählte Ariba zu den gefeierten Stars der New Economy, dann zu den Prügelknaben. Jetzt meldet sich das Software-Haus zurück.

Ariba... Ariba... Ariba? Wissen Sie noch, welche Produkte der einstige Börsenstar überhaupt fertigt? Für die meisten dürfte ein Blick auf die Homepage des Unternehmens nötig sein, um sich das ins Gedächtnis zu rufen: Software für elektronische Beschaffung.

Vor zwei oder drei Jahren hätten renditehungrige Privatanleger und im New-Economy-Fieber liegende Unternehmensberater die Antwort wohl aus dem Effeff gewusst. Damals zählte das vom charismatischen Keith Krach gegründete Unternehmen zu den Hoffnungsträgern der Neuen Wirtschaft, ein Zweikampf mit Commerce One kündigte sich an um die Krone im Segment E-Procurement.

Im Januar dieses Jahres waren die Luftschlösser aber verkommen zu rauchenden Ruinen, der Börsenwert von einst 42 Milliarden Dollar eingestampft, über die Hälfte der Mitarbeiter entlassen.

Doch im Gegensatz zur Konkurrenz scheint etwas zu entstehen aus den Trümmern von Ariba. Der neue CEO Bob Calderoni räumt auf: Weg von Plänen, Marktplatzanbieter zu werden, zurück zur Kernkompetenz Software - und das gepaart mit striktem Kostenmanagement. Verwundert registrierten die Analysten den ersten Erfolg: einen Quartalsgewinn von 1 Cent je Aktie. "Sie haben die Blutung gestoppt und das Business stabilisiert", lobt Ian Morton von JP Morgan Chase. "Aber irgendwann müssen sie zeigen, dass sie auch wieder wachsen können." Sollte Ariba das gelingen wäre dies wohl eine der wundersamsten Comebacks der jüngeren Wirtschaftsgeschichte.

Thomas Knüwer
Thomas Knüwer
Handelsblatt / Reporter
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