Zurück zum Tagesgeschäft
US-Aktien liegen im Minus

Das Wahldilemma ist vergessen. Nachdem George W. Bush nun gestern der 43. Präsident der Vereinigten Staaten geworden ist, geht die Wall Street zum Tagesgeschäft über. Sorgen machen den Anlegern nun die Finanzaktien und drücken auf den Dow Jones Index. Der Nasdaq Index eröffnete zwar im Plus, drehte dann aber ins Minus.

NEW YORK. Die schwächere Wirtschaftslage und der Zinsentwicklung in den USA machen sich nun auf dem Finanzmarkt bemerkbar. Die ersten Finanzinstitute prognostizieren schlechter als erwartete Geschäftsdaten. J.P. Morgan und Chase Manhattan werden die Erwartungen für das vierte Quartal nicht erfüllen können.

Die Ergebnisse würden möglicherweise sogar unter den Geschäftsdaten des Vorquartals liegen. Im Durchschnitt werden die Gewinne beider Bankhäuser zehn Cents hinter den Erwartungen zurück bleiben. Beide Häuser begründeten die enttäuschende Lage mit den hohen Kosten. Gestern bereits hatte der Onlinebroker Charles Schwab seine Anleger gewarnt. Sowohl Chase Manhattan, die im September dem Kauf von J.P. Morgan zugestimmt hatten, verlieren an Wert. Auch die Citigroup eröffnen unter den Dow Jones Verlierern.



Hoffnung auf eine Zinssenkung geben heute allerdings neue Konjunkturdaten. Im November ist der Produzentenpreisindex nur um 0,1 Prozent gegenüber 0,4 Prozent im Vormonat gestiegen. Erwartet wurden 0,2 Prozent. Die um Lebensmittel und Energie bereinigte Kernrate bleibt unverändert. Im Vormonat ist sie noch um 0,1 Prozent zurückgegangen. Zudem wurden die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung veröffentlicht, die in der vergangenen Woche mit 320.000 unter den geschätzten 350.000 ausgefallen sind. Die Zahlen sind ein Indikator, dass die Wirtschaft schneller abkühlt als kalkuliert. Die jüngsten Konjunkturdaten haben bereits darauf hingewiesen, dass die amerikanische Konjunktur merklich abkühlt, was eine Zinssenkung durchaus rechtfertigen würde.



IBM

steht im frühen Handel auf dem Dow Siegertreppchen. Der größte Computerhersteller der Welt hat auf die große Nachfrage nach seinem Hochleistungs-Großrechner z900 aufmerksam gemacht. Intel, Oracle und Cisco erholen sich bei etwas von den Kursgewinnen der vergangenen Tage.



Die Lucent Technologie Aktie muss ihren Höhenflug der vergangenen Tage unterbrechen. Übernahmegerüchte, Nokia könnte den größten US-Telekomausrüster übernehmen, beflügelten den Kurs. Merrill Lynch kippte Öl in die Flamme und bestätigte, dass Lucent zur Zeit ein guter Übernahmekandidat sei. Doch gestern nach Handelsschuss erklärte der Leiter der Softwareentwicklungsabteilung, seine Kündigung. Als Begründung nannte er Differenzen über die Unternehmensstrategie. Bereits Ende vergangener Woche hatte der Leiter des europäischen Netzwerkbereichs seinen Hut genommen.

Die Kursverluste bei Adobe waren schon vorprogrammiert. Morgan Stanley stufte die Aktie von "outperformer" auf "neutral" ab. In den Bereichen Heimcomputer und Drucker entwickeln sich das Geschäft nicht wie gewünscht. Die Analysten reduzieren die Einstufung mit Sicht auf das anstehende Quartalsergebnis heute Abend nach Handelsschluss. Verlieren muss auch Dell Computer. Analysten befürchten, dass der Computerhersteller wie schon Compaq, Apple und Gateway ebenfalls enttäuschende Quartalszahlen melden wird.

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