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Zurück zum Tagesgeschäft!

Der 43. Präsident der Vereinigten Staaten dürfte nun fest stehen. Ohne voreilig sein zu wollen - George W. Bush scheint es geschafft zu haben. Amerika wartet darauf, dass Rivale Al Gore in der Nacht zum Donnerstag in Washington seine Niederlage eingestehen wird.

Damit hat der New York Aktienmarkt ein Wehwehchen weniger. Die Nachfolge von Bill Clinton ist geklärt. Nun dürfen sich die Anleger wieder hauptsächlich über den Gesundheitszustand der US-Wirtschaft sorgen. Wird es eine Rezession oder vielleicht doch eine sanftere Landung der US-Konjunktur geben? Wird die US-Notenbank in Bälde die Zinsen senken? Werden die Unternehmenserträge wieder anziehen? Vielleicht ist es auch das, was Börse ausmacht. Egal was passiert, es bleibt immer spannend.



Die Neuigkeiten von Präsidentschaftswahlkampf beflügelten die Märkte zur Wochenmitte leicht. Der Dow Jones Index drückten die Kursgewinne der Werte in die Gewinnzone, die von einem Wahlsieg Bushs profitieren könnten. Am Mittwoch kauften Investoren besonders gerne Aktie aus den Sektoren Tabak, Öl und Pharmazie. Microsoft, Johnson & Johnson, Bristol-Myers und Pfizer notierten stärker. Der S&P Tabacco Index stieg um 2,7 Prozent. Philip Morris kletterte sogar rund fünf Prozent ins Plus.



Negative Analystenkommentare zum Sektor der Chipzulieferer und die Gewinnwarnung von Compaq kosteten den Nasdaq Index Punkte. Merrill Lynch versetzte Applied Materials, Novellus und anderen Herstellern von Maschinen und Zubehör für die Chipindustrie einen Hieb. Die Analysten stuften den Sektor der Chipzulieferer ab. Die Analysten von Salomon Smith Barney hauen in die gleiche Kerbe. Vor allem in Asien gingen die Wachstumsraten bei Zulieferunternehmen dramatisch zurück, so die Experten. Im kommenden Jahr sollen die Einnahmen auf diesem Markt nur um sechs Prozent wachsen. Ursprünglich hatten die Experten doppelt so hohe Zuwachsraten prognostiziert. Sie stufen sowohl die Erwartungen für 2001 als auch die Einstufungen für Applied Materials, Novellus und Metron Technolgy ab. Langfristig bestätigen sie jedoch ihre Empfehlungen für die Branchenführer und bescheinigen diesen gute Zukunftsaussichten.



Auch Compaq schadet dem Index der US-Technologieaktien. Nach Apple und Dell zeigt nun auch Computerhersteller Compaq mit seiner Gewinnwarnung, dass die PC-Konzerne unter Absatzproblemen leiden. Nachdem Investmenthaus Chase H&Q Dell Computer heruntergestuft hat, fällt auch der Wert des größten Direktvertreibers von PCs in den Keller. Der Analyst meint, dass besonders die Nachfrage kleinerer und mittelständischer Betriebe an Computern nachgelassen habe. Dieser Bereich machte ein Drittel des Geschäfts von Dell aus.



Ins Plus ging es dagegen für Lucent. Übernahmegerüchte katapultieren die Aktie des Netzwerkausstatters weiter in die Höhe und machten sie zur meist gehandelten Aktie des Tages. Nach Spekulationen, Nokia sei an Lucent interessiert, unterstützt am Mittwoch Merrill Lynch. Denn sie halten den derzeitigen Kurs für einen guten Einstiegspreis.



Cisco

, Oracle, Siebel und Ciena standen auf der Nasdaq-Verliererliste. Bedenken, dass Sun Microsystems Serververkäufe nachlassen, setzten auch Veritas unter Druck. Sun Micro nutzt für die Produktion seiner Server unter anderem auch Veritas Software für den Internetbereich. Merrill Lynch Rückendeckung nützte Veritas am Mittwoch wenig.



Den Einzelhandelssektor setzten zur Wochenmitte die Einzelhandelsumsätze von November unter Druck. Die Umsätze gingen im vergangenen Monat um vier Prozent auf 271,69 Milliarden Dollar zurück. Analysten hatten mit einem Anstieg der Einnahmen um ein Prozent gerechnet. Damit quittiert erneut ein Indikator, dass das US-Wirtschaftswachstum weiter abkühlt. Anleger warten nun auf einige eindeutige Reaktion der US-Notenbank. Nach der sechsmaligen Erhöhung der Zinsen hofft die Wall Street nun auf sinkende Zinsen.

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