Zurückhaltende Anleger angesichts aktueller Gewinnwarnungs-Saison
Wall Street eröffnet uneinheitlich

Der Dow-Jones-Index verlor zum Handelsauftakt 0,2 Prozent auf 10 631,63 Punkte. Der S&P-Index stieg leicht um 0,1 Prozent auf 1 223,77 Zähler. Der Nasdaq-Composite-Index gewann ebenfalls leicht um 0,1 Prozent. Den lustlosen Auftakt hatten Marktbeobachter bereits erwartet.

rtr/vwd/dpa-afx NEW YORK. Uneinheitlich tendierten die Aktienkurse am Donnerstag an Wall Street kurz nach der Eröffnung. Solange die Saison für Vorankündigungen von Unternehmensdaten anhalte, seien die Anleger unter dem Eindruck der jüngsten Gewinnwarnungen nicht gewillt, größere Investitionen zu tätigen, sagten Händler.

Kurz vor dem ersten Börsengong wurden neue Konjunkturdaten bekannt. Das Handelsbilanzdefizit viel stärker als erwartet aus, während die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung geringer war als zuvor prognostiziert. Am frühen Abend wird außerdem noch der Philly-Fed-Index veröffentlicht, der weiteren Aufschluss über den Zustand der US-Konjunktur geben soll.

Bereits vor Börsenstart hatte Morgan Stanley Dean Witter Aufmerksamkeit erregt. Das Brokerhaus veröffentlichte einen Gewinn für das zweite Quartal, der zwar deutlich unter dem Vorjahresniveau, aber leicht über den Analystenerwartungen liegt. Außerdem wurde Zuversicht verkündet, dass der langfristige Trend "sehr positiv" sei.

Unterdessen senkte ABN Amro seine Umsatz- und Cashflow-Prognose für AOL Time Warner. Ausschlaggebend hierfür seien Bedenken hinsichtlich der Entwicklung der Musik- und Verlagstochter gewesen, hieß es.

Interessant dürfte auch ein Blick auf die Stahlunternehmen sein. In einem ersten Schritt gegen ausländische Stahlfirmen hat das amerikanische Handelsministerium Importzölle gegen ein japanisches Unternehmen empfohlen. Die Entscheidung muss noch von der so genannten Internationalen Handelskommission bestätigt werden.

Gewinnwarnungen belasten Wall Street im frühen Geschäft



Weitere Gewinn- und Umsatzwarnungen haben an den New Yorker Aktienmärkten am Donnerstag nach Händlerangaben im frühen Geschäft zu Kurseinbußen geführt. Belastend seien die Gewinn- und Umsatzwarnung des Elektronikteileherstellers Sanmina sowie die Umsatzwarnung des Chipkonzerns Transmeta, hieß es. Dagegen seien die vorbörslich veröffentlichten Daten zur Entwicklung der Anträge auf US-Arbeitslosenhilfe positiv vom Markt aufgenommen worden. "Die Daten haben gezeigt, dass sich weniger Leute arbeitslos gemeldet haben. Das ist gut für die Wirtschaft, weil mehr Leute Produkte und Aktien kaufen können", sagte Holly Liss, technische Strategin bei Fuji Futures.



Sanmina hatte am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitgeteilt, Gewinn und Umsatz im dritten Quartal dürften unter den Erwartungen der Analysten ausfallen. Die Titel des Chip-Designers Transmeta brachen um knapp 58 % auf 5,32 Dollar ein. Das Unternehmen hatte seine Umsatzerwartung für das zweite Quartal 2001 wegen der schwachen Nachfrage in Japan deutlich kräftig nach unten revidiert.



Einige Experten zeigten sich jedoch optimistisch für eine Kurserholung. "Der Markt hat die schlechten Nachrichten, die wir in den nächsten sechs Monaten kriegen werden, zum größten Teil bereits verarbeitet", sagte Tom Schrader, Leiter Aktienhandel bei Legg Mason Wood Walker in Baltimore. Das US-Arbeitsministerium teilte am Donnerstagnachmittag mit, in der Woche zum 16. Juni 2001 sei die Zahl der Anträge auf Arbeitslosenhilfe auf 400 000 (Vorwoche 434 000) zurückgegangen. Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf 423 000 gerechnet.

Die Titel der US-Investmentbank Morgan Stanley gewannen im frühen Geschäft 3,25 Prozent auf 61,28 Dollar. Das Unternehmen hatte zuvor mitgeteilt hatte, der Gewinn im zweiten Quartal sei um 36 Prozent eingebrochen. Morgan Stanley begründete dies unter anderem mit dem schwachen Aktienmarkt, der die Einnahmen aus dem Aktiengeschäft geschmälert habe. Der Gewinn je Aktie von 82 Cents im Quartal sei jedoch noch besser als die von Analysten erwarteten 79 Cents ausgefallen, sagten Händler. Analysten hätten ihre Prognosen für das Unternehmen mehrmals im Quartal nach unten korrigiert, da die Lage am Aktienmarkt weiterhin schwierig sei.

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