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Zurückhaltende Prognosen für Siemens und Epcos

Die Anleger der Siemens-Familie müssen sich in den kommenden Tagen auf schlechte Nachrichten einstellen. Epcos , Infineon und Siemens werden für das Geschäftsjahr 2000/01 (30.September) laut Branchenkennern Gewinneinbrüche oder gar Verluste präsentieren.

dpa-afx MÜNCHEN. Die drei Unternehmen kündigten bereits die Streichung von 24 000 Stellen an. Die IG Metall befürchtet, dass die Unternehmen bei der Bekanntgabe der Zahlen auch einen weiteren Arbeitsplatzabbau ankündigen könnten.

Denn im vierten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2000/01 dürften Siemens, Epcos und Infineon laut Analysten wegen der weltweiten HichTech-Flaute rote Zahlen geschrieben haben. Auch hausgemachte Probleme belasten nach Einschätzung von Branchenkennern die Bilanz.

Nach zwei Jahren kräftiger Gewinnzuwächse legt Siemens-Chef Heinrich von Pierer die Zahlen für 2000/01 am Mittwoch (14. November) vor. Im dritten Quartal entstand ein hoher Verlust bei Deutschlands größtem Elektrokonzern; auch für das vierte Quartal erwarten Analysten keine Trendwende.

Alle Belastungen konzentriert

"Siemens wird zudem möglichst alle Belastungen noch in dieses Quartal packen", sagt der Merck Finck-Analyst Theo Kitz. Er rechnet für das Gesamtjahr vor Sonderposten noch mit einem Nettogewinn von weniger als 800 Mill. ?. 1999/2000 waren es noch 3,38 Mrd. ?.

Allein im Geschäft mit Handys und Telekommunikations-Netzwerken verbuchte Siemens im dritten Quartal operativ einen Verlust von mehr als einer Milliarde Euro. Im Mobilfunkbereich (ICM) und bei Netzwerken (ICN) werden fast 15 000 Stellen gestrichen.

Im Handygeschäft sei Siemens als Nummer vier der Welt mit überzeugenden Produkten gut aufgestellt, sagt Kitz. Wenn sich der Markt erhole, werde auch ICM in Fahrt kommen. Dagegen stimme bei ICN die Produktpalette nicht. Daher könnte Pierer in den kommenden Wochen eine Neuausrichtung verkünden. Weiterer Stellenabbau könnten dabei ebenso Option sein wie die Kooperation mit einem Konkurrenten.

In Zeiten der Hightech-Krise profitiert Siemens von seiner breiten Aufstellung, die vor kurzem noch mit einem Konglomerats-Malus bedacht wurde. Die soliden Gewinne aus dem Kraftwerksbereich, der Medizintechnik und von Osram stabilisieren das Ergebnis.

Epcos hofft auf neuen Aufschwung

Auf einen Branchen-Aufschwung hofft auch EPCOS-Chef Gerhard Pegam, der am 20. November Zahlen vorlegt. Bei dem Bauelemente-Spezialisten brachen die Auftragseingänge drastisch ein. Für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2000/01 rechnete Pegam mit Verlusten. Der Fachverband ZVEI machte Pegam in dieser Woche zumindest schon einmal ein wenig Hoffnung.

Im Weltmarkt für elektronische Bauelemente sei im Jahr 2002 eine Erholung absehbar. Wann diese aber genau einsetzt, wagt derzeit kaum ein Experte abzuschätzen. So dürften sich auch Pierer, Schumacher und Pegam in den kommenden Wochen mit konkreten Prognosen zurückhalten.

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