Zurückhaltender europäischer Handel
Euro hält sich knapp unter Dollar-Parität

Der Euro hat sich am Montag in einem zurückhaltenden europäischen Handel angesichts der für diese Woche erwarteten Leitzinssenkung der US-Notenbank (Fed) rund einen halben US-Cent unter der Parität zum US-Dollar gehalten.

Reuters LONDON. Ungewiss sind Händlern zufolge die möglichen Auswirkungen einer US-Zinssenkung auf den Euro/Dollar-Kurs. Entweder werde ein größerer Abstand der Schlüsselzinsen in den USA und der Euro-Zone Kapital in den Euro locken. Oder niedrigere US-Zinsen könnten das Vertrauen in die US-Wirtschaft und damit in den Dollar stärken. "Es gibt keine eindeutige Einschätzung darüber, und deshalb warten die Märkte ab", sagte Rob Hayward von ABN Amro. Der Schlüsselzins liegt zurzeit in den USA bei 1,75 Prozent. In der Euro-Zone beträgt er 3,25 Prozent.

Der Euro notierte gegen 15 Uhr MEZ mit 0,9955/59 Dollar oberhalb des von der EZB festgelegten Referenzkurses von 0,9944 (Freitag 0,9974) Dollar. Am Freitag war die Gemeinschaftswährung im Zuge schwacher US-Konjunkturdaten bis auf 1,0003 Dollar geklettert. Im Referenzkursverfahren der Banken EuroFX war der Kurs der Gemeinschaftswährung zuvor mit 0,9940 (0,9945) Dollar ermittelt worden.

"Es besteht noch eine gewisse Unsicherheit darüber, was die Fed tun wird. 25 Basispunkte sind eingepreist, aber einige rechnen auch mit 50 Basispunkten, und es ist ungewiss, ob 50 Basispunkte Panik bedeuten würden", sagte Hayward. Der für die Geldpolitik in den USA verantwortliche Offenmarktausschuss der Fed (FOMC) berät am Mittwoch über die Leitzinsen in der weltweit größten Volkswirtschaft. Da Konjunkturdaten weiterhin auf ein Stocken der wirtschaftlichen Erholung hindeuteten, rechnen Marktteilnehmer mit einer Zinssenkung um mindestens 25 Basispunkte. Eine Senkung der Leitzinsen in der Euro-Zone - der Rat der Europäischen Zentralbank tagt am Donnerstag - gilt unterdessen bislang als unwahrscheinlich.

Geoff Bowmer von der Macquarie Bank in Sydney warnte unterdessen vor einer Parität des Euro zum US-Dollar. Dies hätte die gleichen Folgen wie eine geldpolitische Straffung und würde die Exportwirtschaft hemmen. Die Volumina im Devisenhandel waren am Montag vergleichsweise gering, da die Märkte in Tokio und Singapur feiertagsbedingt geschlossen blieben. Einige Aufmerksamkeit könnte Händlern zufolge ein Treffen der Finanzminister Deutschlands und Frankreichs auf sich ziehen, das am Nachmittag endet.

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