Zurückhaltender TSMC-Ausblick drückt US-Börsen
Wall Street leidet unter Konjunkturschwäche

Der trübe Geschäftsausblick des taiwanischen Chipherstellers TSMC hat die US-Börsen nach der Kursrally des Vortags wieder ins Minus gezogen. Anhaltende Sorgen um die Bilanzpraktiken von US-Konzernen hätten zusätzlich belastet, sagten Händler. Schwache Auftragsdaten für langlebige Güter dämpften zudem die Hoffnung auf eine rasche Erholung der US-Konjunktur.

Reuters NEW YORK. Der Dow-Jones-Index, der am Vortag noch den stärksten prozentualen Anstieg seit Oktober 1987 verzeichnet hatte, notierte zum Handelsschluss 0,06 Prozent niedriger bei 8186,31 Punkten. Das Kursbarometer hatte zwischenzeitlich bereits um rund ein Prozent zugelegt, was Händler mit dem Interesse der Anleger an jüngst gebeutelten Standardwerten wie Citigroup begründeten. Der Nasdaq-Index verlor 3,88 Prozent auf 1240,12 Punkte. Der S&P500-Index gab 0,56 Prozent auf 838,68 Zähler nach.

Der Markt müsse die kräftigen Gewinne vom Vortag erst einmal verdauen, sagte James Park, Aktienhändler bei Brean Murray & Co. "Die Stimmung ist immer noch sehr vorsichtig", fügte er hinzu. Edgar Peters, Chefinvestment-Officer bei PanAgora Asset Management, sagte: "Wir brauchen deutlichere Hinweise auf eine bessere Konjunktur und erneutes Vertrauen der Investoren, bevor wir eine wirkliche und anhaltende Aufwärtsbewegung sehen werden." Der Markt scheine jedoch einen Boden zu finden.

Der taiwanische Chiphersteller TSMC hatte für das zweite Quartal einen Gewinn unter den Analystenerwartungen ausgewiesen und gewarnt, die Aussichten für das dritte Quartal seien noch schlechter. Die auch in New York notierten Aktien des Unternehmens gaben rund 18,5 Prozent auf 9,08 Dollar ab. Die Aktien des weltgrößten Chipproduzenten Intel verloren rund 6,5 Prozent auf 17,48 Dollar. Die Aktien des Software-Herstellers Microsoft büßten rund 7,4 Prozent auf 42,83 Dollar ein.

Der Halbleiter-Index der Philadelphia Stock Exchange gab rund zehn Prozent auf 318 Zähler ab. "Vom Tech-Sektor kommt nichts Positives. Die Bilanzsaison war ziemlich negativ und jetzt zahlen sie die Zeche und verlieren wieder, was sie zuvor so rasch gutmachen konnten", sagte Joseph Dorillo von ING Financial Markets.

Die Aktien von AOL Time Warner fielen um rund 15,4 Prozent auf 9,64 Dollar und waren der umsatzstärkste Wert an der New York Stock Exchange. Konzernchef Richard Parsons hatte am Vortag nach US-Börsenschluss mitgeteilt, dass die Börsenaufsicht SEC die Bilanzierungspraktiken des Unternehmens unter die Lupe nehme. Er beteuerte jedoch zugleich, bei AOL Time Warner gebe es keine Unregelmäßigkeiten.

Von den US-Konjunkturdaten erhielt der Markt unterschiedliche Signale. Die Auftragseingänge für langlebige Güter verzeichneten im Juni mit 3,8 Prozent den höchsten Rückgang seit November vergangenen Jahres. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Anstieg gerechnet. Der Rückgang sei keine gute Nachricht für die Konjunkturaussichten in den USA, sagte ein Analyst. Dagegen stieg der Absatz der neuen Eigenheime stärker als erwartet.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 2,41 Milliarden Aktien den Besitzer. 1845 Werte legten zu, 1394 gaben nach und 183 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,32 Milliarden Aktien 1544 im Plus, 1896 im Minus und 36 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 19/32 auf 103-25/32. Sie rentierten mit 4,383 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 22/32 auf 101-04/32 und hatten eine Rendite von 5,298 Prozent.

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